Videospielkultur.de - Das Magazin für Videospielkultur

Das Magazin für Videospielkultur

Videospielkultur.de » Artikel

15. 12. 2007

3D Game Studio 7 - Extra-Edition

Die 3D Game Studio Entwicklungsumgebung richtet sich seit jeher an semiprofessionelle Hobby-Programmierer, die anspruchsvolle Spiele ohne großen finanziellen Aufwand entwickeln möchten. Dieses Jahr erschien die mittlerweile siebte Version des Programmpaketes, aber ist diese heutzutage überhaupt noch sinnvoll?

Auch die aktuelle Version besteht hauptsächlich aus zwei Programmteilen: Mit dem Level-Editor erstellen sie umfangreiche 3D-Umgebungen, die nahezu beliebige Architekturen enthalten können. Das Interface orientiert sich dabei an Branchengrößen wie etwa dem Half-Life Editor Worldcraft. Auch beim 3D Game Studio 7 können sie ihr Level aus zumeist 4 Perspektiven gleichzeitig betrachten, wobei neben den drei Achsenschnitten auch eine wahlweise texturierte 3D-Ansicht zur Verfügung steht, in der die Landschaften ebenso wie in den 3 zweidimensionalen Ansichten als Drahtgittermodell präsentiert werden.

Beim zweiten Hauptbestandteil handelt es sich um die Scriptsprache lite-C, die zwar sehr mächtig, aber auch dementsprechend komplex ist. Immerhin liegt der Verpackung ein gut 300 Seiten umfangreiches Handbuch bei, in dem nicht nur alle Funktionen von lite-C erklärt werden, sondern gerade Einsteiger in einem 24 Workshops umfassenden Kurs das Arbeiten mit der Programmiersprache lernen. Wer also ausreichend Zeit und etwas Know-How mitbringt, kann letztendlich durchaus anspruchsvolle und abwechslungsreiche Spiele entwickeln, die allerdings grafisch längst nicht mehr mit aktuellen Titeln mithalten können.

Zu den neuen Funktionen in der 7er Version gehört neben der Unterstützung einer Windows-GUI eine erweiterte Physik-Engine, die auch die Simluation einzelner Knochen der Spielfiguren ermöglichen soll. Dynamische Schatten und eine um bis zu 50% schnellere Acknex-Engine gehören ebenfalls zu den angepriesenen Neuerungen. In der Extra Edition der Software lassen sich außerdem beliebgie Auflösungen wählen, so dass sich wenigstens bei diesem Gesichtspunkt aktuelle Maßstäbe erreichen lassen. Da professionelle Entwickler, die auf das 3D Game Studio zurückgreifen, die Commercial Edition (189 Euro) oder Pro Edition (849 Euro), bei denen Shader-Unterstützung und Multiplayer-Support inklusive sind (die Pro Edition enthält außerdem noch ein Datei-Pack- und ein Verschlüsselungsprogramm), aber sicher der Extra-Edition (89 Euro) vorziehen. Einzig das wirklich umfangreiche Handbuch bleibt so als Kaufargument für die Extra-Edition erhalten.

Fazit

Dass man mit dem 3D Game Studio 7 - Extra Edition wie auf der Verpackung beworben "alle 2D- und 3D-Spiele, Präsentationen, Simulationen und Windows-Programme" entwickeln kann, ist zwar richtig, allerdings dürfte die Software-Suite aufgrund ihrer hohen Einarbeitungszeit gepaart mit der schwachen Leistungsfähigkeit der 3D-Engine nur für wenige Entwickler-Teams richtig interessant sein. Zwar erzielt man beim Einsatz professioneller Shader auch mit dem 3D Game Studio teilweise ansehnliche Ergebnisse, aber wenn man schon bei der Wahl des Shaders Wert auf Qualität legt, die natürlich ihren Preis hat, sollte man dies erst recht bei der Entwicklungsumgebung machen.

Spiele-Fans oder Hobby-Programmierer, an die sich die Software wohl eher richtet, dürften ob der Komplexität der Skriptsprache aber sicher ebenfalls nicht ganz glücklich mit dem Produkt werden. Letztendlich kann das 3D Game Studio 7 daher nur Entwicklern empfohlen werden, die sowieso schon in der lite-C Sprache entwickeln und auf die neuen Features zurückgreifen möchten.

Kommentare

Kommentar verfassen:

Dein Name:   

Sicherheitscode:  


Bisherige Kommentare: