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23. 08. 2011

Vorschau: Dragon Commander

Hinter verschlossenen Türen konnten wir auf der Gamescom ein durch und durch interessantes Projekt begutachten. Also nein. Eigentlich konnten wir dort das wohl interessanteste unabhängig produzierte Spiel der gesamten Messe begutachten. Und das hört auf den Namen Dragon Commander.

Screenshot: Dragon CommanderMit Divinity II: Ego Draconis lieferten die Macher vor geraumer Zeit ein eher durchwachsenes Rollenspiel ab. Doch sie wollten das Spiel damals auch eigentlich gar nicht so wirklich machen, bekamen aber den Auftrag dafür. Und jeder muss überleben, also wurde der Auftrag auch angenommen. Das Ergebnis kennt man ja. Nicht so dolle, wenn man ehrlich ist.

Doch jetzt bauen die Jungs von Larian ihr eigenes Spiel. Bezahlt aus eigener Tasche. Und es ist das Spiel, was sie schon immer machen wollten. Das ist zumindest die Aussage des Chefentwicklers. Und ganz im Ernst: Wir glauben ihm nach der Präsentation. Auf's Wort. Auf jedes Wort. Dragon Commander, das ist zwar ein ziemlich dämlicher Name, doch ein ziemlich geniales Projekt. Eine Mischung aus Rundenstrategie, Rollenspiel, Kartenspiel und Flugkampfaction mit Drachen, die Jetpacks benutzen. Moment. Bitte was? Richtig gelesen! Ein seltsamer, doch beeindruckender Genremix mit allerlei eigenwilligen Ideen.

Der Reihe nach. Angesiedelt ist der Titel im Divinity-Universum. Heißt: Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Und dem Besten aus beiden Welten. Der Spieler hat die Kontrolle über ein gigantisches Luftschiff, mit dem er Ländereien erobern soll. Auf einer strategischen Übersichtskarte, ähnlich wie der der Total War Reihe spielt sich Dragon Commander wie ein Rundenstrategietitel. Da wird nämlich Runde um Runde das Luftschiff bewegt. Und damit auch die eigenen Truppen. Der Computer tut dies mit seinen Drachen-Generälen ebenfalls. Es gilt, die Macht an sich zu reißen.

Screenshot: Dragon CommanderKommt es zum Kampf zwischen zwei Fraktionen, schaltet das Spiel in eine Echzeitumgebung. Dann steuert man den Drachen mit dem Jetpack. Und der macht durchaus Sinn, auch wenn die Macher offen und ehrlich zugeben, dass sie in erster Linie einfach ein cooles Gadget haben wollten. Die Areale sind aber so weitläufig, dass es durchaus komfortabel ist, mit einem Jetpack auf Überschall zu beschleunigen. Dann kann man aktiv am Kampf teilnehmen, mit dem Drachenhauch den Gegnern ordentlich Feuer unterm Hintern machen. Und wer zuerst das gegnerische Luftschiff vom Himmel holt, der gewinnt die Schlacht. Wer nicht auf so krasse Action steht, der kann auch passiv spielen und einfach seine Truppen aus der Ferne koordinieren. Das kann auf Dauer natürlich etwas teurer werden, doch minimiert es das Risiko als Drachengeneral zu sterben.

Vor der Schlacht darf man im Übrigen noch Spielkarten ausspielen, welche diverse Boni für die bevorstehende Schlacht bereithalten. Zum Beispiel besonders starke Munition für den Drachenatem. Oder diverse Rüstungen für die eigenen fliegenden Goblin-Truppen. Die Karten erhält man vorab von anderen Charakteren. Und hier spielt sich Dragon Commander ein wenig wie ein Rollenspiel.

Screenshot: Dragon CommanderIm Luftschiff gibt es eine vollständige Crew, wo jeder Charakter natürlich insgeheim seine eigenen Ziele verfolgt, den General, also den Spieler aber immer Rat und Tat zur Seite steht. Umfassende Dialoge waren schon in dieser frühen Version vorhanden. Und auch eine Prinzessin, die frisch geheiratet wurde. Denn jedes Land, dass man erobern kann, kann man auch diplomatisch übernehmen. Zum Beispiel durch Heirat. Selbst wenn das bedeutet, dass man manches Mal unliebsame Frauenzimmer bekommt. Zum Beispiel eine Skelett-Prinzessin, die versucht, Städte zu erobern und einen geheimen Tempel zu finden, in dem sie wieder ins Leben zurückkommen kann. Übrigens: Auf Grund von Feedback der anwesenden Journalisten überlegen die Entwickler aktuell, ob sie nicht vielleicht Dreiecksbeziehungen oder Affären einbauen wollen. Ein guter Ansatz: Wer möchte schon in der Nacht seinen Spaß mit einem Knochengerüst haben?

Rein technisch konnte uns Dragon Commander absolut überzeugen. Es war sogar eines der wohl prächtigsten Spiele der gesamten Messe. Für eine vier Wochen-Arbeit an dem Prototypen waren es gerade die Texturen, die beeindruckten. Butterweich lief das Spiel und das bei einer grafischen Pracht, die wir in einem Millionen-Produkt oft nicht zu Gesicht bekommen. Wahnsinn, was die Mannen von Larian da geschaffen haben.

Ersteindruck:
Es ist ein wilder Mix. Etwas völlig kreatives. Und technisch so hochwertig, dass man es kaum fassen kann. Für uns ist Dragon Commander eines der absoluten Highlights der Messe gewesen. Hoffen wir nur, dass mehr Spieler den Titel in ihr Visier nehmen. Es kann noch eine Weile dauern bis es erscheint, doch wenn es erscheint, dann könnte es, sofern es genügend Käufer findet, der Auftakt zu einem großartigen, ja herausragenden Franchise sein. - Michael Hoss

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