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25. 08. 2010

Vorschau: From Dust

Schaut man sich so auf dem Spielemarkt um, so wird schnell klar: Irgendwie mangelt es gerne mal an Abwechslung. Ein Shooter hier, ein Onlinespiel dort. Und alle ähneln sich ein wenig. Dabei gibt es doch so tolle Genres, die so viel mehr zu bieten hätten. Das Genre der Götterspiele zum Beispiel. Aber Moment! Genau hier wird es bald etwas Neues geben.

Bild: From DustDas letzte richtige Godgame liegt schon eine ganze Weile zurück. Zuletzt versuchten es Lionhead mit Black & White 2, doch hatten sie mit der Fable-Reihe einfach größere Erfolge. Vor einiger Zeit kündigte Publisher Ubisoft aber einen neuen Vertreter des Genres an. Damals hieß das gute Stück noch Project Dust, doch wurde der Titel im Rahmen der Gamescom jetzt in From Dust geändert. Und wir warfen einen ersten Blick auf das äußerst interessante Projekt, welches sich in der Fachpresse auf der Messe zu einem echten Geheimtipp entwickelte.

Und das hat auch seine Gründe: From Dust ist ein durchweg simples aber auch komplexes Spiel, welches mit einem eigenwilligen Gameplay überzeugen kann. Der Spieler schlüpft in die Haut eines Gottes, welcher durch einen Wirbel repräsentiert wird, der wiederum von der Maus oder dem Controller gesteuert wird. Es gibt eigentlich nur zwei richtige Steuerbefehle: Einmal das Aufheben und einmal das Absetzen. Hebt man etwas auf, bildet sich ein Klumpen in der Luft, welche man an anderer Stelle wieder absetzen darf.

Was das Ganze bringt? Gute Laune. Und es reicht völlig aus, um ein gänzlich ungewöhnliches Gameplay zu bieten. From Dust spielt nämlich auf einer größeren Insel, wo verschiedene Elemente vorzufinden sind. Sand zum Beispiel. Oder Lava, Gestein und natürlich auch Wasser. All diese Dinge darf man, sofern man es möchte, anheben und wieder fallen lassen. Das hat natürlich alles seine Konsequenzen. Wer Wasser auf Sand setzt, der erschafft womöglich einen neuen See und wer dagegen Sand in einem See aufschüttet, der schafft Sandbänke. Wer Pflanzen aufhebt, der darf zum Gärtner werden. Die Kombinationen sind vielfältig und so lässt sich die gesamte Insel den eigenen Wünschen völlig frei anpassen.

Völlig frei? Ja. Denn all das geschieht auch noch physikalisch korrekt. Das beste Beispiel hierfür ist das Wasser. Es verhält sich nämlich ebenso wie in der realen Welt. Lässt man es in eine Mulde fallen, so schwappt es völlig korrekt hin und her und wird irgendwann zu einer flachen Oberfläche. Wer das in Aktion gesehen hat, der merkt schnell, wie mächtig die zu Grunde liegende Physikengine von From Dust wirklich ist.

Natürlich reicht eine reine Physiksimulation nicht aus, um Spieler auch auf lange Sicht gesehen zu begeistern. Also haben die Entwickler den Glauben eingeführt. Und damit verbundene Aufgaben. So gibt es auf der Insel ein friedliches Volk, welches den Spieler anbetet. Im Gegenzug muss er sie dafür vor diversen Gefahren beschützen. In der Präsentation war die Gefahr, nur um ein Beispiel zu nennen, ein mächtiger Tsunami. Doch einfach so konnte man ihn nicht aufhalten. Zum Glück bekam man ein wenig Vorlaufzeit spendiert.

Um die Welle zu stoppen, musst erst einmal die Macht des Wassers gefunden werden. Dazu musste man auf der Insel einen Schrein suchen, welcher die nötigen Informationen parat hielt. War der Schrein gefunden, musste ein Stammesangehöriger ihn erreichen, die Informationen kennenlernen und sie dem Volk überbringen. Auf dem Weg gab es dabei natürlich diverse Hindernisse. Flüsse durchkreuzten den Weg und sie mussten vom Spieler unterbrochen werden. Gerade rechtzeitig wurde all das vollbracht und die gigantische Welle machte einen weiten Bogen um den Stamm. Und das sah schon mächtig beeindruckend aus.

Bild: From DustWie viele solcher Aufgaben es geben wird, das steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass es zu Beginn erst einmal keine weiteren Völker und auch keine Götter und auch keinen Mehrspielermodus geben wird. Die Entwickler wollen erst einmal austesten, wie gut From Dust von der Community aufgenommen wird und dann entscheiden, wie es weitergeht. Doch bis es soweit ist, wird noch eine ganze Weile ins Land ziehen.

Und diese Zeit wird auch noch gebraucht. Zwar ist das Spiel bereits zu rund 60% fertiggestellt, doch gibt es noch viel zu tun. Gerade was die Technik angeht. Die Physikengine ist zwar schon jetzt über jeden Zweifel erhaben, doch bei der Optik handelte es sich nur um einen Prototypen. Dieser sa zwar, für einen reinen Downloadtitel, recht gut aus, doch ist da definitiv noch mehr drin. Die Welt soll am Ende noch plastischer Wirken – das war bisher noch nicht der Fall, die bisherigen Screenshots sind quasi das Ziel. Auch beim Klang gab es noch nicht allzu viel zu hören. Die Trommelklänge der Eingeborenen waren zwar nett, doch muss hier definitiv noch mehr folgen. Aber wir sind da recht zuversichtlich. Zeit ist ja noch genug.

Ersteindruck:
Eines, das muss festgehalten werden: Die Idee eines Götterspiels ist nicht neu. Doch wie sie in From Dust umgesetzt ist, das hat etwas ganz Eigenes. Und diese Eigenheit gefällt auch noch. Das ist das Schöne daran. Aber die Zeit muss noch zeigen, ob sich hinter dem ambitionierten Projekt am Ende tatsächlich ein richtiges Spiel oder aber nur eine, wenn auch äußerst mächtige, Physikdemonstration verbirgt. Und genau hier liegt der Hund begraben: Fast hatte man den Eindruck, dass die Entwickler fast nur Augen für die Physik gehabt hätten. Aber auch hier gilt: Eben nur fast. Wir sind gespannt. Und hoffen natürlich das Beste. Das nötige Potential für einen echten Hit ist auf jeden Fall vorhanden.

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