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15. 01. 2011

Vorschau: World of Tanks

Simulationen haben es dieser Tage nicht leicht auf dem Markt. Die Anforderungen der Spieler sind hoch. Wenn Simulation, dann auch bitte richtig. Und die Grafik muss stimmen. Und überhaupt. Und das bei einem Nischenmarkt. Doch was ist, wenn man die Simulation abschwächt und sich einem breiteren Publikum öffnet?

Genau das wollen die Entwickler von World of Tanks machen. Mit einem reinen Onlinespiel, welches den Spieler in gigantische Panzerschlachten wirft. Leicht zu bedienen, schwer zu meistern. So könnte das Motto lauten. Aktuell läuft eine umfassende Betaphase und wir haben daran teilgenommen und uns für euch die Kanonenkugeln um die Ohren sausen lassen. Ob sich das Warten lohnt?

Zunächst einmal begannen auch wir als amteurhafter Panzerkommandant. Keine Ahnung, was auf dem Schlachtfeld eigentlich los war, doch stets im Hinterkopf, dass wir irgendwann mit einem schweren Panzer in die Schlacht ziehen wollten. Doch bis dahin war es ein langer, steiniger und explosiver Weg. Denn bei World of Tanks gibt es, wie in jedem guten Onlinespiel, ein Levelsystem. Und jeder fängt mal klein an. Mit winzigen Panzern, die kaum eine Chance haben und sofort in ihre Einzelteile zerfallen, wenn man sie anhaucht. Und plötzlich kommt hinter der nächstbesten Ecke ein deutscher Tiger hervor, zielt kurz, feuert und der eigene Panzer geht in Rauch auf.

World of Tanks ScreenshotAnfänger werden massig solcher Situationen zu spüren bekommen, so viel steht fest. Auch wenn die Entwickler für das fertige Spiel Anfänger-Runden planen, wo Frischlinge gegen Frischlinge antreten dürfen. Haben sie sich dann irgendwann bessere Panzer freigespielt, werden sie zum Rest der Onlinefront geschickt. Doch spätestens hier werden sie auf noch stärkere Panzer treffen, bis sie eines Tages selbst in einem T34 sitzen. Es ist, wie dem auch sei, ein schwerer Einstieg. Die ersten Runden überlebt man selten lange und es dauert eine ganze Weile, bis man genug Erfahrungspunkte und Geld zusammen hat, um sich einen stärkeren Panzer zu gönnen. Und dennoch motiviert das System, denn man sieht all die anderen schweren Stahlkolosse und will selbst hinter das Steuer eines solchen Ungetüms treten.

Das Spektrum an Vehikeln ist großzügig ausgefallen: Aktuell stehen rund 60 Panzer und unzählige andere Vehikel zur Verfügung. Und sie alle schleichen behäbig über die ausgedehnten Karten, immer auf der Suche nach neuen Opfern. Für das fertige Spiel oder für die Zeit danach planen die Entwickler im Übrigen auch Infanterie einzubinden. Wie genau das funktionieren soll, das können wir aktuell auch nur mutmaßen.

Ganze nebenbei: Ein echtes MMO ist World of Tanks am Ende nicht. Vermutlich ist auch das der Grund, warum die Entwickler keine monatlichen Gebühren verlangen werden, sondern rein auf Mikrotransaktionen setzen wollen. Die Panzerschlachten finden im Kleinen statt. Zwei Teams, eine Karte – und los kann es gehen. Spaßig ist das aber dennoch, denn so weiß man, dass auch diese Runde ein Ende nehmen wird und man muss nicht immer online sein, um nach den eigenen Panzern zu schauen. In der Garage darf man sich dann noch um die Panzercrew, die Munition und die Forschung an den eigenen Vehikeln kümmern. Es bietet also auch so genug Tiefe, ganz ohne eine persistente Welt.

Screenshot World of TanksGrafisch ist das Spiel erstaunlich fortschrittlich gehalten. Die riesigen Karten sind mit zerstörbaren Objekten gefüllt und wissen zu gefallen. Zerstörbare Objekte? Richtig gelesen: Ein schwerer Panzer der Marke Maus kann auch schon mal ein kleineres Gebäude ordentlich mitnehmen. Bäume stellen so oder so kein Hindernis dar, verraten aber beim Umfallen die Position des Gegners. Schön ist im Übrigen auch der Umstand, dass die Grafik stark skalierbar ist. Selbst auf einem älteren Notebook kann noch flüssig gespielt werden. Eine Bombastgrafik ist aber insgesamt nicht vorhanden. Gleiches gilt für den Sound. Der ist zwar durchaus anhörlich, aber am Ende haben verwöhnte Ohren schon interessante Sachen gehört.

Ersteindruck:
Wir haben jetzt schon zahlreiche Stunden in der Spielwelt von World of Tanks verbracht. Was da auf uns zukommt, das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Ding. Der Grund: Es ist keine vollwertige Simulation, doch ganz ohne diesen Aspekt kommt das Spiel auch nicht aus. Es ist gemächlich und fordernd. Doch wer sich darauf einlässt und mit Panzern etwas anfangen kann, der sollte dringend die Augen offen halten. Denn genau diese Zielgruppe hat das Spiel. Und mit bereits mehr als 500.000 Beta-Teilnehmern scheint die sogar gar nicht mal so klein zu sein. - Michael Hoss

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