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24. 04. 2011

Angespielt: Modern Combat 2: Black Pegasus

Spiele für Tablets wie das iPad werden immer beliebter. Neben "typischen" Mobile Games, also Spielen, die relativ simple Spielkonzepte haben oder die Bewegungssensoren und Touchpads optimal in das Spielgeschehen einbinden, schaffen es auch immer öfter Vertreter klassischer Genres auf die handlichen Geräte. Modern Combat 2 ist bereits der zweite Teil einer Ego-Shooter Reihe, die von den Handyspiel-Pionieren von Gameloft vertrieben wird. Aber eignet sich das iPad überhaupt zum Spielen von Ego-Shootern?

Screenshot: Modern Combat 2: Black PegasusDie Story von Modern Combat 2: Black Pegasus entpuppt sich erwartungsgemäß als Standardkost. Ihr habt zwar einen Hubschrauberabsturz eurer Spezialeinheit erlebt, müsst euch jetzt aber im Feindesland, das aus dichtem Dschungel besteht, fast alleine durchschlagen. Die Steuerung mittels des Touchpads ist einerseits relativ intuitiv, andererseits aber auch nicht wirklich überzeugend. Auf der linken Seite des HUDs wird ein Steuerkreuz eingeblendet, das dazu genutzt werden kann die Spielfigur zu bewegen. Leider ist das Steuerkreuz recht klein geraten und die Bewegung stoppt, sobald der zur Steuerung markierte Bereich verlassen wird. Die Blickrichtung kann prinzipiell überall auf dem Touchscreen durch eine Bewegung in die entsprechende Richtung geändert werden. Da sich auf der rechten Seite des Bildschirms allerdings Buttons zum Schießen, Nachladen oder Heranzoomen befinden, sollte sich eure rechte Hand in der Nähe dieser Buttons befinden. Über einen Button, der sich ebenfalls auf der rechten Seite des Bildschirms befindet, kann außerdem die Waffe gewechselt werden.

Hält man das iPad zwischen beiden Händen, lässt sich Modern Combat 2: Black Pegasus auf diese Weise zwar recht komfortabel spielen, gleichzeitig passiert es aber leider gerade zu Beginn sehr oft, dass man beim Ändern der Blickrichtung aus Versehen den Button berührt, der zum Abfeuern der Waffe da ist, da sich an den Bildschirmrändern nicht allzuviel freie Fläche befindet, die zum Wechsel der Blickrichtung benutzt werden kann. In Kombination mit dem zu kleinen Steuerkreuz ergibt sich eine nicht wirklich gelungene Steuerung, die oft genug dazu führt, dass die Spielfigur nicht das macht, was sie soll.

Screenshot: Modern Combat 2: Black PegasusDie nicht ganz ausgereifte Steuerung wirkt umso problematischer, als das das Spiel ohnehin nicht gerade einfach ist. Zwar gibt es drei Schwierigkeitsgrade, aber selbst der leichteste Schwierigkeitsgrad enthält teilweise irrsinnig schwierige Szenen. So gibt es kurz nach dem Beginn des Spiels eine Stelle, an der brennende Fässer explodieren und auf euch zufliegen. Da zunächst nicht klar ist, wie zu reagieren ist, segnet ihr mit ziemlicher Sicherheit das Zeitliche. Nun besitzt Modern Combat 2: Black Pegasus zwar eine Speicherfunktion, die einzelnen Speicherpunkte liegen aber nicht gerade gut verteilt. Trifft euch eins der Fässer, müsst ihr erst eine der Szene vorangegangene Kampfszene erneut durchspielen, nur um dann zu hoffen, die Szene mit den Fässern diesmal zu meistern. Der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe selbst lässt sich zum Glück besser anpassen, hier muss im leichten Schwierigkeitsgrad eigentlich nur darauf geachtet werden, etwas sparsam mit der Munition umzugehen.

Ein besonderes Augenmerk kommt bei einem Ego-Shooter natürlich der Grafik zugute. Diese befindet sich etwa auf einem Niveau, dass auf dem PC vor 10 Jahren aktuell war. Das klingt erstmal ernüchternd, ist es bei genauerer Betrachtung allerdings nicht unbedingt, denn wer hätte damals schon gedacht, dass man ein solches Spielerlebnis überall und auf kleinsten, vergleichsweise günstigen Geräten erleben kann? Trotz alledem hinterlässt die Grafik von Modern Combat 2: Black Pegasus zumindest auf dem iPad einen schalen Beigeschmack. Denn eigentlich bietet auch die Tablet-Variante nicht viel bessere Grafiken als die iPhone-Version. Dass selbst in diesem Fall die Buttons, die der Steuerung dienen, teilweise zu klein sind, sollte den Entwicklern mobiler Spiele zu denken geben, denn möglicherweise lässt sich nicht jedes Spielkonzept 1:1 auf die populären Touchscreens übertragen.

Screenshot: Modern Combat 2: Black PegasusEin Highlight des Spiels ist der Mehrspieler-Modus. In diesem kann über W-LAN, Bluetooth oder eine bestehende Internet-Verbindung mit bis zu 10 Spielern gleichzeitig in einem von vier Spielmodi gespielt werden. Neben klassischem Deathmatch, CTF und Team-Deathmatch ist auch der spätestens seit Counterstrike bekannte Modus "Bombenentschärfung" dabei. Zwar enthielt der Mehrspieler-Modus zu Beginn noch einige Bugs, seit einem vor anderthalb Wochen erschienenen Update läuft es aber bei den meisten Spielern problemlos. Parallel zum Update erschien auch ein DLC Map-Pack. Dass dieses quasi omnipräsent beworben wird ist leider ein bisschen nervig, ebenso wie die aus Gameloft-Titeln bekannten "Hinweise" auf andere Spiele des Herstellers. Positiver wiegt da schon die Anbindung des Spiels an "Gameloft Live!", die hauseigene Multiplayer-Community der Ubisoft-Tochter. Nach der Erstellung eines Accounts lässt sich dort der Kontakt zu Freunden aufrecht erhalten. Ein solcher Account ist auch notwendig, um überhaupt an Internet-Partien teilzunehmen.

Fazit

Auch wenn Modern Combat 2: Black Pegasus ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, lassen sich PC-verwöhnte Coregamer wohl kaum davon begeistern. Natürlich sollte man von einem iPad-Spiel nicht allzu viel erwarten, etwas bessere Grafiken und eine im Vergleich zur iPhone-Version an das Tablet angepasste Steuerung hätten es dann aber schon sein dürfen. Mangels Alternativen werden Ego-Shooter Fans, die ihrem Hobby unbedingt auch auf dem iPad oder iPhone nachgehen möchten, aber nicht an Modern Combat 2: Black Pegasus vorbei kommen. Mario Siewert

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