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11. 10. 2010

Starcraft und die Solocheater

Wer kennt das nicht? Man schleicht sich durch einen Gang mit der festen Überzeugung, den Gegner von Hinten zu erwischen. Und Zack! Kopfschuss. Eine unmögliche Situation, welche durch einen Wallhack zu Stande kam. Cheater sind nicht gern gesehen. Doch es gibt sie. Und Publisher und Entwickler gehen stets gegen sie vor. Doch Blizzard hat nun womöglich eine ganz neue Ära der Verbannung eingeläutet.

Es geht um Starcraft II. Auch hier gab es schon zahlreiche Cheater. Am 1. Oktober begann das Unternehmen, gegen Betrüger vorzugehen und schloss zahlreiche Spieler vom Spielgeschehen aus. Die CD-Keys wurden gesperrt, ein Spielen somit unmöglich. Löblich, denn wer hasst sie nicht, jene, die sich einen unehrenhaften Vorteil verschaffen?

Doch wie es scheint, hat Blizzard noch ganz andere Spieler verbannt. In der Regel ist es so, dass Spieler Cheater durchaus geringschätzen. Doch bisher galt die Regel, dass Cheaten in Onlinespielen, das bedeutet im Mehrspielermodus, geächtet wurde. Was ein jeder Spieler in seinem Solospiel, bei Kämpfen gegen die künstliche Intelligenz oder im Storymodus veranstaltete, war nicht von Belang.

Blizzard sieht das anders: Bei der Sperrung von zahlreichen Accounts waren nämlich auch Spieler betroffen, welche niemals in einem Duell von Mensch gegen Mensch eine Betrügerei am Laufen hatten, sondern eben auch Spieler, die ganz für sich allein einige Cheats und Trainer ausprobierten. Das berichtet jetzt die Seite Cheat Happens.

Im Speziellen geht es um einen Trainer, der eben von dieser Seite veröffentlicht wurde und lediglich im Kampf gegen die künstliche Intelligenz verwendet werden kann. Blizzard sperrte gleich mehrere Spieler vom Starcraft II aus, welche diesen Trainer nutzen. Vorerst nur für einen Zeitraum von rund zwei Wochen - doch wer weiß, was da noch kommen mag.

Die Begründung des Unternehmens ist simpel: Die Singleplayerspiele würden den Mehrspielermodus von Starcraft II direkt beeinflussen. Und zwar bei der Anzahl der Punkte und bei den Achievements, welche ein Spieler erlangt hat. Somit sei eine Sperrung des Accounts völlig legitim.

Ob das tatsächlich der Fall ist, das muss sich jedoch erst noch zeigen. Cheat Happens jedenfalls vermerkt, dass ihr Trainer keinerlei Einflüsse auf die Onlinekämpfe habe. Die würden auch weiterhin fair ablaufen. Allgemein stellt sich die Frage, wie weit ein Unternehmen hier gehen darf: Ist es nicht jedem Spieler selbst überlassen, wie er sein Spiel spielt? Natürlich: Bei Duellen im Internet gelten andere Regeln. Doch was auf der heimischen Platte passiert, das sollte doch eigentlich privat sein. Und was passiert, wenn Modifikationen am Ende als Cheats anerkannt werden?

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