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16. 03. 2010

Testbericht: Battlefield - Bad Company 2

Die Fronten verhärten sich: Handelte es sich beim ersten Bad Company Titel noch um ein Konsolenspiel mit relativ kleiner Zielgruppe, so holt Electronic Arts mit Bad Company 2 nun zum Rundumschlag gegen Modern Warfare 2 aus. Diesmal nicht nur auf der Konsole, sondern auch auf dem PC.

Genau wie der große Konkurrent aus dem Hause Activision will auch Bad Company 2 auf ganzer Linie überzeugen. Der Fokus liegt daher sowohl auf dem Einzelspieler- als auch auf dem Mehrspielermodus. Und gerade der Einzelspieler-Modus wartet mit einer wesentlich packenderen Atmosphäre auf als der erste Teil: Zwar wirkt die Handlung, bei der eine kleine Kampfeinheit sich im tiefsten Feindesland auf die Suche nach einer geheimen Wunderwaffe macht, immer noch etwas abgedroschen, aber immerhin haben es die Entwickler verstanden, das Ganze perfekt zu inszenieren.

Screenshot: Battlefield: Bad Company 2Bereits der Anfang des Spiels vermittelt einen Eindruck davon, was euch in Bad Company 2 erwartet: Als Teil einer amerikanischen Kampfeinheit seid ihr an der Infiltration einer von Japanern besetzten Insel im zweiten Weltkrieg beteiligt, auf der sich angeblich ein Wissenschaftler mit Informationen zu einer geheimen Waffe befindet. Bei der Landung mit einem Schlauchboot fliegt die Operation jedoch auf und die Hälfte eurer Einheit wird vernichtet. Bei den nun folgenden Scharmützeln werdet ihr nicht nur in bester Tutorial-Manier an die Steuerung herangeführt, sondern bekommt auch gleich eine Präsentation der Möglichkeiten der Grafik-Engine geboten. Bereits nach wenigen Blicken steht fest, dass Bad Company 2 sowohl bei Tag als auch bei Nacht einen hervorragenden Eindruck macht und sich nicht vor der Konkurrenz zu verstecken braucht.

Screenshot: Battlefield: Bad Company 2Das Gameplay wirkt auf den ersten Blick ebenfalls erstklassig, die Rasanz, mit der die Einzelspieler-Kampagne loslegt, verdeckt jedoch geschickt einige Schwächen des Spiels, die erst im späteren Verlauf zum Vorschein treten. Denn während wilde Verfolgungsjagden, die der Spieler beispielsweise als MG-Schütze eines Jeeps miterleben darf, das Herz zahlloser Action-Fans höher schlagen lassen dürften, sollten orientierungslose Teamkameraden heutzutage eigentlich nicht mehr zum Repertoire eines Action-Spiels gehören. Zum Glück sind derlei Szenen äußerst selten, so dass die Vorzüge des Spiels definitiv überwiegen. Einer dieser Vorzüge ist sicherlich die Interaktion mit der Umgebung: Wie schon im ersten Teil lässt sich auch in Bad Company 2 ein Großteil der Gebäude und Stellungen um euch herum zerstören. Die Kämpfe erhalten dadurch noch mehr Dynamik, da ihr nicht selten eine vermeintlich sichere Position gezwungenermaßen wieder aufgeben müsst, weil die Hauswand, die bis vor kurzem noch als Deckung diente, nun nicht mehr vorhanden ist. Ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen die bereits angesprochenen zahlreichen Fahrzeug-Einlagen. Auch die restlichen geskripteten Szenen sind größtenteils akzeptabel und es entstehen nur selten Situationen, in denen die Handlung etwas inkonsistent wirkt.

Screenshot: Battlefield: Bad Company 2Technisch macht Bad Company 2 eine sehr gute Figur. Grafik und Sound befinden sich auf hohem Niveau und lassen die zahlreichen Kriegsschauplätze beinahe real erscheinen. Hierzu tragen insbesondere die gut in die Spielwelt eingebetten Hintergrundgrafiken bei, die beispielsweise während einer Gebirgsmission den Eindruck vermitteln, dass ihr euch in einem riesigen Tal befindet. Ebenfalls erwähnenswert sind die authentischen Spielfiguren, insbesondere die Mimiken und Gesten. Etwas unausgereift wirken dagegen einige kleinere Probleme mit der Kollisionsabfrage, die insbesondere bei besiegten Gegnern auftreten. Keine Probleme macht dagegen die Steuerung: Selbst riesige Kriegsmaschinen lassen sich in gewohnter Battlefield-Manier intuitiv und unkompliziert steuern.

Screenshot: Battlefield: Bad Company 2Battlefield wäre nicht Battlefield, gäbe es nicht auch einen Mehrspieler-Modus. Diesen haben die Entwickler bei Bad Company 2 im Vergleich zum Vorgänger ebenso wie die Einzelspieler-Kampagne stark aufpoliert. Neben mehreren Spielmodi (unter anderem dem bereits aus dem Vorgänger bekannten Rush-Modus), unterschiedlichen Einheitenklassen, zahlreichen Abzeichen und riesigen Mehrspielerkarten sollte insbesondere die Tatsache erwähnt werden, das die angesprochene perfekte Inszenierung der Kämpfe auch im Online-Modus gelingt, was den Wiederspielwert natürlich enorm erhöht. Hierzu trägt auch der Squad-Modus bei, in dem ihr mit weiteren Spielern ein Squad, quasi als "Team im Team" bildet.

Das Vorgehen im Squad wird mit zusätzlichen Bonuspunkten belohnt und hat zudem weitere Vorteile: Da die Mitglieder eines Squads mitunter quasi zu wandelnden Spawn-Points werden, empfiehlt sich das Kämpfen im Verbund allein schon deshalb, weil man nach dem Respawnen nicht mit einer völlig neuen Situation konfrontiert wird. Natürlich dürfen auch weitere Battlefield-typische Spielelemente wie die bereits angesprochenen verschiedenen Einheitenklassen in Bad Company 2 nicht fehlen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen sind hierbei jedoch viel prägnanter als in so manchem früheren Battlefield-Titel und erinnern beinahe schon an Klassiker wie Team Fortress.

Fazit

Bad Company 2 stellt seinen Vorgänger definitiv in den Schatten. Die Einzelspieler-Kampagne brennt von Anfang an ein herausragendes Action-Feuerwerk ab, das nur selten von kleineren Ungereimtheiten getrübt wird. So kann es das Spiel zwar nicht mit dem Genre-Primus Modern Warfare 2 aufnehmen, doch trotz der wenigen Mankos bleibt im Endeffekt ein absolut packender Action-Titel, der sowohl in der Einzelspieler-Kampagne als auch mit seinem Mehrspieler-Modus überzeugen kann. Mario Siewert

Wertung: 8/10

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