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22. 06. 2010

Testbericht: Darkstar One - Broken Alliance

Nostalgiker horchen sofort auf, wenn man den Begriff Space Opera in den Raum wirft: Schön waren die Zeiten, als man in Spielen wie Starlancer oder Colony Wars die unendlichen Weiten des Weltalls erforschte und sein Raumschiff ausbaute. Leider gab es lange kein Spiel dieser Art, und um diese Nische zu füllen, wärmt der deutsche Entwickler Gaming Minds ein Spiel auf, das schon im Jahre 2006 auf dem PC erschienen ist: Die Rede ist von Darkstar One, das nun mit dem Untertitel Broken Alliance für die Xbox 360 erschienen ist.

Darkstar One: Broken AllianceIhr schlüpft in die Rolle des Jungspundes Karion Jarvis, der gerade sein Raumschiff-Pilotentraining abgeschlossen hat und für den nun der Ernst des Lebens beginnt. Seine Vergangenheit ist dunkel, denn sein Vater wurde ermordet und so schickt sich Karion an, den Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Um in diesem Vorhaben erfolgreich zu sein, hat er ein einzigartiges Schiff, das ihm sein Vater vererbt hat: Die Darkstar One ist ein Kreuzer mit einem Geheimnis, dass ihr mit dem Voranschreiten der Geschichte aufdeckt. Natürlich ist es, wie für eine Space Opera üblich, nicht eure einzige Aufgabe, euren Vater zu rächen. Unser Held wird später in der Geschichte – so viel sei verraten – für das Schicksal des gesamten Universums verantwortlich sein.

Darkstar One: Broken AllianceNeben der gut erzählten Geschichte bietet Darkstar One: Broken Alliance natürlich auch ein durchdachtes Gameplay: Anlaufpunkt sind immer die Handelsstationen, die es in jedem Sektor des riesigen Universums gibt. Hier können Söldner- und Eskortaufträge abgeholt, das Schiff mit neuen Schilden und fortschrittlicheren Waffensytemen ausgestattet und Nachrichten durchgesehen werden. Wenn ihr die Handelsstation verlasst, geht es hinaus in die Weiten des Weltalls. Die Steuerung der Darkstar One ist zwar gewöhnungsbedürftig, habt ihr den Kreuzer aber eine Weile geflogen und die ersten Kämpfe gegen die Weltraumpiraten überstanden, werdet ihr keine Probleme mehr haben. Die Auseinandersetzungen sind spannend inszeniert und werden gegen Ende des Spiels sogar recht fordernd. Die KI der Gegner hätte bei der Konvertierung auf die Konsole jedoch noch verbessert werden können: Vor allem anfangs sind die Gegner nicht mehr als Kanonenfutter. Dies merkt man vor allem an den häufigen Zusammenstößen mit den Kontrahenten, die oft ziellos durch den Raum steuern. Für jedes abgeschossene Schiff der Piraten erhaltet ihr ein Kopfgeld, dass ihr in den Handelsstationen gegen Upgrades tauschen könnt.

Darkstar One: Broken AllianceEinige der Upgrades sind unerlässlich für das Weiterkommen. So muss beispielsweise ein neuer Feldantrieb gekauft werden, um in weiter entfernte Galaxien vorzudringen. Das Geld hierfür könnt auf verschiedene Arten verdienen: Entweder, ihr erledigt Söldneraufträge, in denen es meistens gilt, Gegner auszuschalten. Daneben könnt ihr große Frachtschiffe zu ihrem Ziel eskortieren oder selbst Fracht von Punkt A nach Punkt B bringen. Hier ist Vorsicht angesagt: Die Container mit der Fracht machen die Darkstar One extrem träge. Werdet ihr angegriffen, müsst ihr sie erst kompliziert per Menü-Befehl abwerfen, alle Gegner beseitigen und könnt erst dann eure Mission fortsetzen.

Darkstar One: Broken AllianceDas Menü ist übrigens eines von vielen Indizien dafür, dass Darstar One bereits vor vier Jahren erschienen ist. Ein Beispiel: kommt ihr in eine neue Galaxie, gibt es mehre Ziele, die ihr anfliegen könnt, wie beispielsweise Handelsstationen oder Artefakte, mit denen das Schiff ausgebaut werden kann. In einem modernen Spiel könnte man bequem per Knopfdruck zwischen den Zielen durchschalten. Bei Darkstar One: Broken Alliance müsst ihr erst das Menü aufrufen, um euer gewünschtes Ziel aus einer ellenlangen Liste mit winziger Schrift auszuwählen. Das ist umständlich und ein klarer Nachteil für alle Spieler mit kleinem Fernseher. Außerdem kann in den Handelsstationen immer nur ein Auftrag auf einmal angenommen werden, danach müsst ihr zurückkehren, um die Mission abzuschließen und neue Aufträge abholen. Dies sind leider nur zwei Beispiele für die Bedienungsmängel der Weltraumoper.

Leider zeigen sich die Mängel nicht nur im Bedienkomfort, sondern auch auf der technischen Seite: Denn obwohl Darkstar One: Broken Alliance wie ein hochaufgelöstes Spiel für die erste Xbox aussieht, werdet ihr vor allem in den Kämpfen immer wieder mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen haben. Hier hätten die Entwickler mehr Sorgfalt walten lassen müssen. Eine deutsche Synchronisation ist zwar vorhanden, unterstützt die Atmosphäre aber leider nicht im geringsten: Die deutschen Sprecher wirken größtenteils amateurhaft. So macht es trotz der gut erzählten Geschichte wenig Spaß, die Zwischensequenzen anzuschauen.

Fazit:

Darkstar One: Broken Alliance ist ein Spiel, dass wohl den ausgehungerten Fans von Space Operas wieder neues Futter gibt. Um ein Spiel fair bewerten zu können, muss man es allerdings im Kontext der Zeit betrachten. Spiele, die heutzutage erscheinen, bieten bessere Grafik, mehr Komfort und spannenderes Missionsdesign. Zumindest der Umfang stimmt: Mit dem durchspielen der Hauptstory seid ihr mindestens zwanzig Stunden beschäftigt. Wenn ihr jede einzelne Mission erledigen und jedes Artefakt finden wollt, sitzt ihr mindestens doppelt so lange vor dem Fernseher. So ist Darkstar One: Broken Alliance für alte Veteranen sicherlich zu empfehlen, allerdings werden alle anderen Spieler kaum die Geduld aufbringen, sich in dieses träge und technisch rückständige Spiel einzuarbeiten. Benjamin Dross

Wertung: 5/10


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