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22. 07. 2007

Testbericht: Die Siedler DS

Nachtrag vom 10. August 2007: Wie uns von mehrerer Seite berichtet wurde, stürzt das Spiel auf zahlreichen Konsolen ab oder ruckelt sehr extrem. Beides trat in der von uns getesteten Version nicht auf, allerdings fehlte in dieser die Zoom-Funktion. Über eine Änderung der Wertung wird diskutiert, dies ist aber noch nicht beschlossene Sache.

Mit Die Siedler DS bringt Blue Byte die erfolgreiche Aufbaustrategie-Reihe erstmals auf ein Spielkonsole, in diesem Fall den tragbaren Nintendo DS. Ob dessen Touchscreen als Mausersatz taugt und das süchtigmachende Spielprinzip des zweiten Siedler-Teils auch auf dem Nintendo DS einschlägt, zeigt unser ausführlicher Test.

Kenner des bereits 1996 erschienenen Die Siedler II - Veni, Vidi, Vici dürften sich in Die Siedler DS sofort zurecht finden, denn nicht nur das Intro, sondern auch die komplette Menüführung wurde weitestgehend übernommen. Neben der Römer-Kampagne aus dem Originalspiel und dem obligatorischen freien Spiel erwartet sie außerdem die unglaublich schwere Welt-Kampagne der Missions-CD, an die sich nur wahre Siedler-Profis wagen sollten.

Screenshot: Die Siedler DSTrotz der durch die beiden im Vergleich zum PC doch recht winzigen Bildschirme und der fehlenden Tastatur des Nintendo DS, haben die Entwickler alle Spielelemente des Originals auch in Die Siedler DS integriert. Spieler des Vorgängers werden sich daher auch beim Gameplay schnell zurecht finden, denn der Bau von Gebäuden, die Überwachung des Wirtschaftssystems, das Aufstellen von Warenkreisläufen und die Kämpfe gestalten sich genau so, wie in der PC-Version. Auch der Wegebau, dem bei Die Siedler II eine besondere Rolle zugute kam, wurde identisch übernommen: Auch auf dem DS müssen sie alle Gebäude mit Straßen verbinden, um diese nutzen zu können. An Flaggen, die nur an bestimmten Punkten der Landkarte gesetzt werden können, sorgen Siedler für den Transport von Waren bis zum jeweils nächsten Streckenabschnitt. Auf die Siedler selber haben sie ebenso wie auf die Soldaten nur indirekten Einfluss, was auf den Spielspaß jedoch keinerlei negative Auswirkungen hat, denn noch immer stellt sich beim Spielen schnell ein Suchtgefühl ein, wie man es aus guten alten Zeiten kennt.

Screenshot: Die Siedler DSBei all der Authentizität stellt sich natürlich die Frage, ob sich Die Siedler DS dem Spieler trotz verkleinertem Bildschirm und fehlender Eingabegeräte dennoch hinreichen schnell erschließt, um gerade auch unterwegs Spaß zu machen. Hierzu lässt sich sagen, dass es den Entwicklern im Großen und Ganzen gelungen ist, aus den Möglichkeiten des Nintendo DS das bestmögliche Gameplay rauszuholen. Denn bis auf die Tatsache, dass die eigentliche Spielwelt stets nur auf einem der beiden Bildschirme betrachtet werden kann und man so bei größeren Siedlungen teilweise die Übersichtlichkeit verliert, geht das Gameplay von Die Siedler DS wirklich schnell von der Hand: Mit der L-Taste können sie zu jeder Zeit die Darstellung der beiden Bildschirme tauschen und auf diese Weise entscheiden, in welchem der beiden Bildschirme sie Eingaben über den Touchscreen vornehmen möchten. Während das Steuerkreuz natürlich zum Scrollen durch die Spielwelt dient, lassen sich über die anderen Tasten des DS wichtige Funktionen wie das Post-Menü oder die Mini-Map direkt aufrufen. Äußerst praktisch ist auch der Zeitraffer, der über die R-Taste des Nintendo DS jederzeit zur Verfügung steht. Erfreulicherweise spielt sich das Spiel genauso einfach, wie es in der Theorie klingt, so dass als einziger Wermutstropfen neben der teilweise fehlenden Übersicht das minimale Ruckeln bleibt, das bei äußerst großen Siedlungen teilweise auftritt.

Etwas schade, aber nicht allzu gravierend ist der Mehrspielermodus, auf den leider, vermutlich auch wegen der geringen Nachfrage, verzichtet wurde. Der Langzeitspielwert von Die Siedler DS ist aber dennoch überdurchschnittlich hoch, denn allein die Weltkampagne bietet Abwechslung für mehrere Wochen.

Fazit

Auch auf dem Nintendo DS machen die Siedler eine fast perfekte Figur und dürften nicht nur die Herzen aller Fans wieder einmal im Sturm erobern, sondern auch bei allen mobilen Strategen sehr viel Anklang finden. Da die DS-Version nicht nur grafisch, sondern auch spielerisch mit dem Charme des zweiten Teils von 1996 aufwartet, dürfte stundenlanger Spielspaß auf Nintendos tragbarer Konsole ebenso vorprogrammiert sein wie seinerzeit auf dem PC. Mario Siewert

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