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11. 08. 2011

Testbericht: Earth Defense Force - Insect Armageddon

Vor langer Zeit erschien mit Earth Defense Force 2017 ein durchaus respektabler und spaßiger Titel, der sich sehen lassen konnte. Es gab zu seiner Zeit nur ganz gravierendes Problem: Es fanden sich keine Käufer. Vielleicht läuft es ja mit dem Nachfolger besser, der, wie unser Test zeigen wird, durchweg spaßig ist.

Screenshot: Earth Defense Force: Insect ArmageddonDas neue Spiel hört auf den Namen Earth Defense Force: Insect Armageddon, wurde von einem neuen Entwicklerstudio geschaffen (Den Machern von Eat Lead: The Return of Matt Hazard) und in Europa nun von Publisher Namco Bandai veröffentlicht. Inhaltlich gibt das Spiel nicht allzu viel her, doch das ist wenig tragisch.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die EDF, die Earth Defense Force, muss die Menschheit vor außerirdischen Invasoren retten. Die Invasoren, das sind in diesem Fall gigantische Insekten. Oder eben auch Roboter, die wie Insekten aussehen. Das war es schon. Ende der Geschichte. Darauf bauen alle Missionen auf, die allesamt nach dem gleichen Schema ablaufen: Rein, raus, Aliens tot – Mission erfüllt. Aber auch der Umstand, dass es eigentlich keine Abwechslung gibt, ist nicht weiter tragisch.

Screenshot: Earth Defense Force: Insect ArmageddonTechnisch ist Earth Defense Force: Insect Armageddon nicht unbedingt ansehnlich. Die Texturen sind verwaschen, die Animationen wirken oftmals hölzern, die Effekte sind zwar bildschirmfüllend, doch nicht unbedingt schön und die Klangkulisse ist musikalisch eher dem Trash nahe. Auch gibt es fiese Soundglitches, die so manches Mal für Ohrenschmerzen sorgen. Doch auch das ist nicht weiter tragisch.

Die künstliche Intelligenz ist wahrlich unter aller Plasmakanone. Die Gegner haben eine ziemlich eigensinnige Wegfindung, sind so oder so nicht ganz helle in der Birne und versuchen am Ende nur möglichst nah an den Spieler heranzukommen. Die eigenen Mannen dagegen müssen regelmäßig wiederbelebt werden. Und auch diese Dinge sind nicht weiter tragisch.

Doch warum eigentlich? Warum stören all diese Macken bei Earth Defense Force: Insect Armageddon nicht weiter? Ganz einfach. Weil sie in diesem Spiel völlig ohne Bedeutung sind. Der Titel ist ein Third Person Shooter im Stil von Serious Sam und Konsorten. Nur, dass hier die Gegner in unzähliger Masse Insekten sind. Das ist quasi der einzige Unterschied. Riesenameisen, gigantische Heuschrecken, Spinnen, Kakerlaken – alles will vernichtet werden.

Screenshot: Earth Defense Force: Insect ArmageddonUnd daraus zieht das Spiel auch seinen Reiz. Man kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, dass es keine Abwechslung gibt, man kommt gar nicht dazu, die eigentlich hässliche Optik zu kritisieren, man kommt nicht dazu, sich über die mangelnde künstliche Doofheit zu beschweren. Man wird einfach ständig so vielen Gegnern ausgesetzt, dass pures Adrenalin durch die Blutbahnen gepumpt wird. Und hier zeigt die Technik dann sogar doch noch ihre Stärken. Jedes Gebäude in den Städten ist zerstörbar. Und die Größe der Gegner, sowie die eigenen Waffen, ermöglichen es, ganze Häuserblöcke binnen von Sekunden in Schutt und Asche zu legen. Wenn es zu einer echten Megaschlacht kommt, dann kann Earth Defense Force: Insect Armageddon Punkte sammeln. Dann ist das Spiel völlig in seinem Element, wenn es überall kracht, Explosionen den Bildschirm füllen und man keine Ruhe mehr findet.

Es mag hirnlos sein, doch durch den Umstand, dass man immer bessere Waffen freischalten kann, dass man immer mehr Gegner auf den Bildschirm gezaubert bekommt und dass man immer größeren Monstern ausgeliefert ist, vergeht die Zeit wie im Fluge. Hirn aus, Waffe raus, Aliens tot. Es ist hirnlos, es ist simpel, doch es ist effektiv.

Screenshot: Earth Defense Force: Insect ArmageddonSeinen wahren Reiz zieht der Titel aber aus dem kooperativen Modus. Offline können zwei Spieler im Splitscreen den unendlichen Horden entgegentreten, im Internet sogar noch einige mehr. Dann nimmt das Spiel fahrt auf, begeistert über Stunden hinweg, wenn man gemeinsam mit Freunden den bösen Insekten-Invasoren sprichwörtlich die Fühler aufreißt. Lediglich das grausam schlecht gemachte offene Ende der Kampagne bleibt dann als Ärgernis zurück. Doch dafür entschädigt der bitterböse schwarze Humor, den die Macher immer wieder in den Funksprüchen der Figuren untergebracht haben.

Fazit:
Nein, ganz sicher ist Earth Defense Force: Insect Armageddon kein Spiel für Jedermann. Es ist optisch kein Leckerbissen. Es ist nicht besonders tiefsinnig, bietet auch nicht allzu viel Spieltiefe, ist irgendwie sehr simpel. Doch wer sich einfach mal erholen möchte, zum Beispiel mit ein wenig Adrenalin, wer einfach mal richtig Spaß haben möchte, der sollte den Titel im Auge behalten. Gerade wenn er oder sie einen guten Freund oder Kollegen hat, mit dem er oder sie gemeinsam auf Käferjagd gehen kann. Spielen kann so wunderbar simpel sein, es kann so erholsam sein. Und Insect Armageddon zeigt genau das. Abzüge gibt es aber dennoch. Für all die Macken. Wäre das Spiel auf einem technisch höheren Niveau angesiedelt, so hätte es Glanzwertungen bekommen. - Michael Hoss

Wertung: 7 / 10

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