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18. 05. 2005

Testbericht: Episode III: Revenge of the Sith

Mit Star Wars®: Episode III Revenge of the Sith™ findet der Star Wars-Epos zumindest vorerst sein Ende. Rechtzeitig zum 19. Mai 2005, an dem der neueste George Lucas-Streifen in die Kinos kommt, erreicht der Star Wars-Hype wie bei den beiden Vorgängerfilmen ungeahnte Ausmaße. Natürlich darf auch eine Umsetzung der Filmhandlung in ein Videospiel nicht fehlen. Die DS-Version von Star Wars®: Episode III Revenge of the Sith™ kommt von Ubisoft und bietet dem Spieler zwar keine umfangreiche Touchscreenunterstützung, aber zwei unterschiedliche Handlungsstränge, die zudem noch in zwei verschiedene Spielmodi aufgespalten sind.

Screenshot: Episode III: Revenge of the Sith (DS)Der Spieler darf die Geschichte der dritten Episode sowohl als Anakin Skywalker, als auch als Obi Wan Kenobi durchleben. Jeder der beiden Charaktere darf durch jeweils 13 Missionen gelenkt werden, zu denen neben gewöhnlichen Missionen auch Sondermissionen wie Duelle oder Luftkämpfe gehören. In den Standardmissionen kämpft sich der Spieler in der Seitenansicht durch unzählige Wellen von Droiden, Kampfrobotern oder Separatisten. Als Waffe stehen den Jedis dabei nur das obligatorische Lichtschwert und die Macht zur Verfügung, beides wurde aber immerhin gut umgesetzt: So eignet sich das Lichtschwert sowohl zum Draufschlagen, als auch zum Schutz vor Laserbeschuss, der wie in den Filmen auch reflektiert werden kann. Durch die Macht stehen den beiden Charakteren Spezialfähigkeiten zur Verfügung, die im Laufe des Spiels ausgebaut werden können. Obi Wan Kenobi und Anakin besitzen dabei ganz ihrem Charakter nach unterschiedliche Fähigkeiten. Der Machtvorrat lässt sich wie auch die Gesundheit in der oberen linken Ecke des oberen Bildschirms betrachten. Durch herumliegende oder vom Gegener fallengelassene Items lässt sich die Macht der Spielfigur wieder auffrischen. Neben der Macht stehen dem Spieler auch noch bestimmte Spezialschläge zur Verfügung, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden und für deren Ausführung Wut benötigt wird, die sich während der Kämpfe ansammelt.










Gameboy Advance Version

Auch wenn Ubisoft mit Titeln wie Asphalt Urban GT auf den Zug der erfolgreichen DS-Entwickler aufgesprungen ist, erscheint zeitgleich mit der DS-Version eine Gameboy Advance Version von Episode III: Revenge of the Sith. Diese unterscheidet sich zwar in einigen Punkten recht stark von der DS-Version, ist vom Umfang her aber beinahe gleich: Auf die 3D-Missionen in Raumschiffen wurde aufgrund der Leistungsfähigkeit des GBA verzichtet, dafür wurde der Rest des Spiels beinahe 1:1 übernommen. Die Grafik steht der der DS-Fassung beinahe in nichts nach, lediglich beim Sound wurden Abstriche gemacht. Ein Multiplayermodus ist ebenfalls vorhanden, so dass Spieler, die einen GBA, aber keinen Nintendo DS besitzen sich zumindest für Episode III: Revenge of the Sith keinen Nintendo DS kaufen müssen.


Screenshot: Episode III: Revenge of the Sith (GBA)


Screenshot: Episode III: Revenge of the Sith (GBA)

Die Lichtschwertduelle finden ebenfalls in der Seitenansicht statt und greifen auf die selbe Steuerung wie die Standardmissionen zurück. Im Gegensatz zu den Kämpfen gegen nur in der Masse nicht unterlegene Gegner kommt es in den Duellen aber vor allen Dingen auf das Parieren der gegnerischen Attacken und Machtangriffe an, um dann in den entscheidenden Momenten zurückzuschlagen.

Screenshot: Episode III: Revenge of the Sith (DS)Während die Level in der Seitenansicht lediglich eine zweidimensionale Darstellung besitzen bieten einzig die Luftkämpfe echtes 3D und schöpfen damit das Potential des Nintendo DS zumindest ansatzweise aus. Der Spieler darf sich im Stile alter Klassiker wie Rebel Assault an Planetenoberflächen oder in Meteoritenfeldern packende Gefechte mit Gegnern liefern. Die wenigen Luftkämpfe haben abwechslungsreiche Missionsziele, die vom Durchfliegen eines Labyrinths bis hin zur Zerstörung bestimmter Objekte reichen und somit eine gelungene Abwechslung zu den Lichtschwertkämpfen in 2D darstellen. Leider schöpfen die Raumschiffkämpfe nicht das komplette Potential des Nintendo DS aus: Die Grafik wirkt teilweise pixelig und kommt auf keinen Fall an ein Asphalt Urban GT heran. Auch die Explosionen hätten besser sein können, da diese lediglich aus faden 2D-Animationen bestehen.

Die 2D-Grafik kann hingegen überzeugen: Auch wenn die Grafik eher wie in einem Comic anmutet, bietet sie tolle Animationen der Akteure und gute Umgebungs- und Hintergrundgrafiken. Die Star Wars-Atmosphäre von Revenge of the Sith™ wird durch die Musik gekrönt: Wie in den meisten Titeln stellt der Klang des Nintendo DS wieder einmal alles andere in den Schatten, so dass die weltberühmte Originalmusik des Films sowie das obligatorische Summen der Lichtschwerter als perfekt inszeniert bezeichnet werden kann.

Auch ein Multiplayermodus darf bei Star Wars®: Episode III Revenge of the Sith™ natürlich nicht fehlen: Bis zu 4 Spieler dürfen sich auf 8 Karten in Luftkämpfen messen, wahlweise kann auch gegen Bots gespielt werden. Neben den aus den Kampagnen bekannten Flugzeugen dürfen auch Klassiker wie der Tie Fighter gesteuert werden. In der Praxis kann der Modus überzeugen: Die Deathmatchgefechte entsprechen den Erwartungen, spannende Gefechte sind garantiert.

Fazit

Auch wenn man sich von der Umsetzung für einen Next-Generation-Handheld sicher hätte mehr versprechen können, bietet Star Wars®: Episode III Revenge of the Sith™ für Star Wars Fans sicherlich genügend Anreize, die einen Kauf rechtfertigen: Die Lichtschwertschlägereien in 2D sind sicherlich nicht das, was man sich von einem Star Wars-Spiel erwartet, sind aber dank der verschiedenen Schlag- und Pariermöglichkeiten sowie der Möglichkeit des Einsatzes der Macht weitaus anspruchsvoller als die grafische Affinität mit Metal Slug es vermuten lassen könnte. Dass man nebenbei noch vor der Premiere die komplette Story erfährt ist ja aus früheren Versionen ebenfalls bekannt. Glücklicherweise haben die Entwickler nicht ganz auf die 3D-Fähigkeiten des Nintendo DS verzichtet, denn der Luftkampfmodus stellt eine gelungene Bereicherung dar, der im Multiplayermodus seinen Höhepunkt findet. Dass das Spiel für Fans Pflicht ist steht außer Frage, aber auch Spieler mit geringem Interesse können durchaus einen Blick riskieren. Mario Siewert

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