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18. 01. 2011

Testbericht: Golden Sun: Die dunkle Dämmerung

Als eines der ersten Rollenspiele für den Gameboy Advance fand Golden Sun im Jahre 2001 viele Fans. Der Nachfolger ließ nicht lange auf sich warten und erschien bereits 2003. Mit dem dritten Teil hat sich Entwickler Camelot etwas mehr Zeit genommen und so erscheint erst ganze sieben Jahre später Golden Sun: Die dunkle Dämmerung für Nintendos Erfolgs-Handheld DS.

Screenshot: Golden Sun: Die dunkle DämmerungVor dreißig Jahren zog eine Gruppe von legendären Helden los, um die Alchemie zurück in die Welt von Weyard zu bringen. Sie erlaubt die Kontrolle über die vier Elemente und obwohl sie für viel Fortschritt in der Gesellschaft gesorgt hat, löste sie auch große Unruhen und Konflikte aus und wurde letztendlich versiegelt. Im Laufe ihres Abenteuers erfahren die Helden, dass die Alchemie nötig ist, um das Fortbestehen der Welt zu sichern. Als dies geschafft ist, erscheint die namensgebende Goldene Sonne, eine Manifestation der Alchemie, die aber leider auch das Heimatdorf der Helden, Vale, in Schutt und Asche legt. Dreißig Jahre später sind unsere Helden Erwachsene und haben Kinder, mit denen sie friedlich im wieder aufgebauten Vale leben. Ihre Namen sind Matthew, Tyrell und Karis und sie sind die Helden im neuen Golden Sun-Abenteuer.

Das erscheinen der Goldenen Sonne hat bewirkt, dass überall auf der Welt mysteriöse Vortexe auftauchen, die schädlich für die Menschen sind. Um dem Geheimnis dieser auf die Spur zu kommen, werden die Jungspunde von ihren Eltern auf eine Reise geschickt. Dies ist nur ein kleiner Überblick über die spannende Geschichte des Golden Sun-Universums, allerdings müssen sich Neulinge keine Sorgen machen: Während des Tutorials werden die Ereignisse der ersten zwei Teile auf geschickte Art und Weise nacherzählt. So werden Kenner der Vorgänger zwar einige bekannte Gesichter und Orte sehen, aber für das Verstehen aller Nuancen der Geschichte ist dieses Wissen nicht zwingend notwendig.

Screenshot: Golden Sun: Die dunkle DämmerungDas Kampfsystem ist, obwohl etwas altmodisch, über jeden Zweifel erhaben: Euer Team kann neben den Standard-Aktionen wie physischen Angriffen, Zaubersprüchen oder Gegenständen vor allem von Anfang an ihre Dschinns benutzen, die entweder großen Schaden bei den Gegnern anrichten, sie schwächen oder das Team mit positiven Zustandsveränderungen versehen. Außerdem können manchmal die grafisch sehr beeindruckenden Aufrufe getätigt werden. Hier seht ihr zum Beispiel, wie ein mächtiger Dschinn Meteoriten auf die Gegner schleudert und damit verheerenden Schaden anrichtet. Die Charaktere können sich mit verschiedenen Dschinns verbünden, was nicht nur bestimmt, welche Magie sie wirken können, sondern ändern auch die Angriffs- und Verteidigungswerte. Theoretisch kann sich jeder Charakter mit jedem Dschinn verbünden, allerdings solltet ihr darauf achten, worauf der jeweilige Adept spezialisiert ist. So sollte ein Wind-Adept mindestens mit einem Wind-Dschinn verbündet sein, um das Maximum herauszuholen. Es gibt extrem viele Kombinationsmöglichkeiten und sobald ihr eine gewisse Anzahl der magischen Wesen besitzt, könnt ihr stundenlang herumexperimentieren, um eure vier Helden ohne langwieriges aufleveln zu verbessern.

Der Clou am neuesten Teil von Golden Sun ist die Magie, hier Psynergy genannt. Diese ist nicht nur sehr hilfreich, um in den Kämpfen zu bestehen, es müssen auch Rätsel gelöst werden. So gibt es eine ganze Reihe an mehr oder minder komplexen Blockverschiebe-Rätseln, ihr müsst an den richtigen Stellen Feuerbälle werfen und euch über ansonsten unüberwindbare Abhänge ziehen. Diese Rätsel bringen in den ersten Stunden Abwechslung in den Spielablauf, werden aber mit der Zeit etwas eintönig. Zum Glück sind die Dungeons in der Regel recht übersichtlich gestaltet und ihr werdet euch nur selten verlaufen. Hier hilft auch die sehr Umgebungskarte, die euch jederzeit zeigt, wo genau ihr euch befindet.

Screenshot: Golden Sun: Die dunkle DämmerungNeben den Dungeons, in denen übrigens die berühmt-berüchtigten Zufallskämpfe stattfinden, besucht euer Heldentrupp natürlich auch viele mehr oder weniger malerische Dörfer, in denen man einen Plausch mit den Bewohnern halten, sich ausruhen oder einkaufen gehen kann. Während der Dialoge sind bestimmte Begriffe hervorgehoben. Wenn ihr diese mit dem Stylus antippt, erhaltet ihr Informationen über Personen, Orte oder wichtige Ereignisse. Es wurden also sehr große Bemühungen angestellt, um Einsteigern die Welt von Golden Sun näher zu bringen.

Golden Sun: Die dunkle Dämmerung ist grafisch sicherlich eines der schönsten RPGs, dass es auf Nintendos DS zu kaufen gibt. Nicht nur die Oberwelt und die Dungeons sind mit unglaublich viel Liebe zum Detail gestaltet, vor allem die Effekte während der Kämpfe sind sehr beeindruckend. Hinzu kommt die tolle musikalische Untermalung, die sowohl mit neu aufbereiteten Themen der Vorgänger als auch mit neuen Melodien besticht.

Fazit:
Golden Sun: Die dunkle Dämmerung ist ein sehr gelungenes JRPG, dass mit schöner Grafik besticht und Fans der ersten zwei Teile sicherlich begeistern kann. Alle anderen sollten sich allerdings Fragen, ob ihnen das Spiel nicht zu altmodisch ist: Zufallskämpfe sollten heutzutage der Vergangenheit angehören und das Spieltempo wird vielen der „modernen“ Spielern zu langsam sein. Die Rätsel mit der Psynergy sind zwar nett und im späteren Spielverlauf auch fordernd, allerdings reicht das nicht ganz, um frischen Wind in das Rollenspiel-Genre zu bringen. Das Dschinn System ist hingegen sehr gut gelungen und wurde im Gegensatz zu den Vorgängern noch einmal verbessert. Alle, die wissen, worauf sie sich einlassen und wieder einmal ein klassisches JRPG spielen wollen, kommen aber definitiv auf ihre Kosten und finden mit Golden Sun: Die dunkle Dämmerung ein sehr gutes Rollenspiel für Nintendos Hosentaschen-Konsole. -Benjamin Dross

Wertung: 8/10

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