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22. 02. 2011

Testbericht: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!

Lange ist es her, dass Super Mario in dem Klassiker Donkey Kong das Licht der Videospielwelt erblickte. Nach einigen erfolgreichen Adaptionen des Originals in der jüngsten Vergangenheit veröffentlicht Nintendo nun mit Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! ein weiteres Abenteuer, das sich an besagtem Urgestein der Videospielgeschichte orientiert.

Screenshot: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!Ganz wie im Original aus den Achtzigern ist es auch im aktuellen Vertreter für den Nintendo DS eure Aufgabe, eine virtuelle Schönheit aus den Klauen von Donkey Kong zu befreien. Diesmal läuft die Befreiung allerdings nicht auf ein Jump'n'Run hinaus, sondern auf eine Mischung aus Geschicklichkeitsspiel und Echtzeit-Puzzlespaß, der seine Premiere bereits auf dem Gameboy Advance in dem Titel Mario vs. Donkey Kong feierte. Nach dem Nachfolger Marsch der Mini-Marios, der die Serie erstmals auf den Nintendo DS brachte, ist Aufruhr im Miniland! damit der dritte Teil der Serie, der auf diesen innovativen Genre-Mix setzt. Mario macht sich nämlich nicht persönlich auf die Jagd nach Donkey Kong, der sich in einen Freizeitpark davon gestohlen hat, sondern schickt viel mehr kleine mechanische Ebenbilder, sogenannte Mini-Marios in die Verfolgung. Die Roboter, denen jedwede Intelligenz abgeht, laufen bei ihrer Aktivierung blindlings drauf los und müssen von euch ins Ziel gelenkt werden, um Donkey Kong ins nächste Level zu folgen.

So simpel das Spielprinzip klingt, so viel Witz und Variantenreichtum bietet es auf den zweiten Blick. Denn da die Mini-Marios sich genauso wie Lemminge verhalten, ähnelt Aufruhr im Miniland! an vielen Stellen dem legendären Videospiel, das von den wohl populärsten Selbstmördern des Tierreiches handelt. Während dort jedoch auf die Spielfiguren selbst eingewirkt werden konnte, um das Ende eines Levels zu erreichen, steht bei Nintendos aktuellem Titel die Interaktion mit der Umwelt im Mittelpunkt.

Screenshot: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!Sowohl bevor die Spielfiguren gestartet sind, als auch während sie sich bewegen, könnt ihr die Level so umgestalten, dass die Mini-Marios sicher ins Ziel finden. Grundlage für den Level-Umbau sind Stützstreben, die von fest vorgegebenen Punkten aus zu Brücken, Rampen oder Barrieren aufgespannt werden können. Erschwert wird dies durch die Tatsache, dass die Zahl der Streben begrenzt ist, wobei die konkrete Anzahl vom jeweiligen Level abhängt. Die Beschränkung erfordert es teilweise, Streben während des Spielens abzureißen und an neuer Stelle wieder aufzuspannen. Steht beispielsweise nur eine Strebe zur Überquerung von zwei Abgründen zur Verfügung, gilt es zunächst eine Brücke über den ersten Abgrund zu bauen, die nach dem Passieren aller Mini-Marios wieder abgerissen werden muss, um eine zweite Brücke zu bauen. Anhand dieses Beispiels lässt sich gut erkennen, dass Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! kein statisches Puzzle-Spiel ist, sondern durch die Echtzeit-Komponente einen relativ dynamischen, teilweise auch hektischen Spielfluss hat. Letzter entsteht unter anderem dadurch, dass neben einem allgemeinen Zeitlimit auch nicht zuviel Zeit zwischen dem Eintreffen zweier Mini-Marios im Ziel vergehen darf. Das stückweise Manövrieren einzelner Spielfiguren durch die Level ist also nicht möglich, so dass ihr stets alle Mini-Marios im Blick behalten müsst.

Im Laufe des Spiels, genauer gesagt mit jeder neuen Attraktion des Freizeitparks, die ihr betretet, werden eure Interaktionsmöglichkeiten durch ein zusätzliches Spiel-Element erweitert. Hierzu zählen die für Mario obligatorischen Röhren ebenso wie Fließbänder oder Kanonen, mit denen sich die Mini-Marios auf Knopfdruck durch das Level katapultieren lassen. Der Umgang mit all diesen Spiel-Elementen ist meistens (mit einer Ausnahme, die sich in der Weltraumwelt befindet) schnell erlernt, so dass in jedem Spielabschnitt noch ausreichend Zeit bleibt, sich am wirklich gelungenen Leveldesign zu erfreuen, das geschickt mit den einzelnen zur Verfügung stehenden Bauteilen spielt.

Screenshot: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!Jede Attraktion des Freizeitparks besteht aus ingesamt 10 Leveln, von denen jeweils eines dadurch heraussticht, dass in diesem neben den Mini-Marios auch noch andere Spielfiguren auftauchen, die jeweils in ein separates Ziel gelenkt werden müssen. Nach dem erfolgreichen Abschluss von 8 Leveln erwartet euch der Showdown mit Donkey Kong, der stark an das bereits angesprochene Original erinnert: Donkey Kong befindet sich mitsamt der zu rettenden Schönheit am oberen Bildschirmrand und muss von euch besiegt werden, indem ihr die Mini-Marios über Rampen, Leitern und weitere Spiel-Objekte zu vorgegebenen Ausgängen lenkt, von denen aus sie Donkey Kong in die Luft sprengen können. Erschwert wird das ganze durch die von oben fallenden Fässer und dadurch, dass Teile des Levels sich in zeitlichen Abständen ändern.

Screenshot: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!Wurde Donkey Kong besiegt, steht in jedem Spielabschnitt noch ein Bonus-Spiel zur Verfügung, in dem es um das Ergattern von sogenannten Marken geht, mit denen sich die in einem separaten Abschnitt befindlichen Spezial-Level freischalten lassen. Überhaupt hat das Spiel viel für Highscore-Jünger zu bieten, denn neben den Marken, für die innerhalb des Levels oft ein Umweg genommen werden muss, erhaltet ihr auch eine Trophäe, wenn ihr ein Level nicht nur vollständig (also inklusive dem Einsammeln aller verfügbaren Gegenstände) abschließt, sondern auch noch in einer vorgegebenen Zeit. Während diese Aufgabe hin und wieder schon knifflig ist, wird es in den Donkey Kong-Leveln besonders schwer: Um diese perfekt abzuschließen müssen nicht nur alle Gegenstände eingesammelt werden, sondern es darf auch keiner der Mini-Marios auf dem Weg zu Donkey Kong das Zeitliche segnen, was angesichts der herabfallenden Fässer die eigentliche Krux ist. Letzten Endes lässt sich sagen, dass der Schwierigkeitsgrad von Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! bis auf einige wenige Ausnahmen wirklich genauso ist, wie er sein sollte. Die Schwierigkeit der einzelnen Level steigt nicht nur relativ konstant mit jeder Attraktion an, sondern wird durch den Trophäen-Aspekt durch eine optionale Komponente ergänzt. Wer keine Lust auf das aufwendige Sammeln der Trophäen hat, verzichtet halt darauf und schafft es dementsprechend schneller alle Attraktionen des Freizeitparks zu erforschen.

Screenshot: Level-EditorGenau wie der Vorgänger bietet auch Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! einen Level-Editor, der das Erstellen eigener Levels ermöglicht. Im Editor stehen euch alle Objekte des Spiels zur Verfügung, allerdings erst nachdem die jeweilige Attraktion, zu der die Objekte gehören, durch das Besiegen von Donkey Kong für den Editor freigeschaltet wurde. Ein nettes Feature ist auch der Tausch selbsterstellter Level mit anderen Spielern. Dies kann entweder über ein lokales Netzwerk oder über die Nintendo Wi-Fi Connection geschehen. Über diese steht auch der Wettbewerbs-Modus zur Verfügung, indem Spieler selbst gestaltete Level zu bestimmten Themen einreichen können, die dann von anderen Spielern bewertet werden. Zusammen mit weiteren Community-Funktionen wie dem Beobachten neuer Level-Veröffentlichungen bestimmter Spieler-Accounts ergibt sich somit ein durchaus umfangreicher Mehrspieler-Modus.

Grafisch muss sich Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! trotz oder gerade wegen der 2D-Grafik nicht verstecken. Hier wird nicht an der Leistungsgrenze der Konsole gearbeitet, sondern stattdessen mit ansehlich gezeichneten Welten, Objekten und Spielfiguren aufgewartet, die den Charme eigentlich längst vergangener Videospielzeiten versprühen. Ebenfalls für Freude dürfte bei alteingesessenen Mario-Fans die Musik sorgen, die sich je nach Umgebung an bekannten Mario-Melodien aus unterschiedlichen Spielen der Serie wie beispielsweise Super Mario Bros. 2 orientiert.

Fazit

Aufruhr im Miniland! ist eine konsequente Fortsetzung der Mario vs. Donkey Kong Serie und nicht nur für Mario-Fans, sondern eigentlich alle DS-Spieler einen Blick wert. Das Gameplay ist simpel und intuitiv, der ausgeglichene Schwierigkeitsgrad spricht Gelegenheitsspieler und Profis gleichermaßen an und der Level-Editor samt Mehrspieler-Anbindung und die Jagd nach Trophäen versprechen einen hohen Wiederspielwert. Durch die Stückelung in viele kleine Level eignet sich das Spiel zudem auch bestens für unterwegs. Daher geht die Wertung trotz einiger weniger frustrierender Momente, die im Spielverlauf auftauchen, durchaus auch in dieser Höhe in Ordnung. Denn wer einen DS besitzt, der kommt derzeit am Aufruhr im Miniland! eigentlich nicht vorbei. Mario Siewert

Gesamt: 9/10

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