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17. 11. 2005

Testbericht: Peter Jackson's King Kong (GBA)

Peter Jackson's King Kong ist momentan in aller Munde: Nicht nur die Neuverfilmung des Klassikers, sondern auch das Videospiel für PC und zahlreiche Konsolen gehört zu einem der heiß erwarteten Titel der Vorweihnachtszeit. Auch Besitzer eines Gameboy Advance müssen nicht auf eine Umsetzung des Kinofilms verzichten, denn Ubisoft veröffentlicht nahezu zeitgleich mit den diversen Versionen für unterschiedlichste Videospielsysteme auch eine Gameboy Advance Version, die zeigt, dass Nintendos scheinbar antiquitierte Konsole nachwievor ansprechende Titel bietet.

Screenshot: Peter Jackson's King Kong (GBA)Die Story orientiert sich wie in den anderen Umsetzungen sehr nah am Film, der Spieler durchlebt im Verlauf des Spiels nahezu die komplette Handlung des Films. Das Spiel unterteilt sich grundsätzlich in zwei verschiedene Modi, die in unregelmäßigen Abständen aufeinander folgen. Größtenteils steuert die Spieler die drei Hauptcharaktere Jack Briscoll, Carl Denham und Ann Darrow durch eine aus der Vogelperspekive dargestellte Welt. Dieser Teil von Peter Jackson's King Kong erinnert stark an klassische Adventure-Spiele wie Zelda: Die einzelnen Charaktere können entweder einzeln oder in einer Gruppe gesteuert werden, wobei jeweils eine Figur die Führung der Gruppe übernimmt. Die Charaktere verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten und Waffen, die meist entscheidend für das Spielgeschehen sind. So kann Carl mit seiner Machete und seinem Gewehr eher als Draufgänger bezeichnet werden, während Kameramann Carl sich dank seiner Granaten zum Beseitigen von Hindernissen und ist außerdem kräftig genug, um Steinblöcke zu verrücken. Ann schließlich verfügt über Heilfähigkeiten, die überaus nützlich sein können.

Screenshot: Peter Jackson's King Kong (GBA)Nachdem dem Spieler das zumindest tontechnisch aufwendig gestaltete Intro präsentiert wurde landet er auf der Insel Skull Island, auf der die erste Hälfte des Spiels stattfindet. Nach einer kurzen Einführung in die Steuerung der drei Hauptcharaktere wechselt das Spiel in den zweiten Spielmodus, der sich gänzlich vom Abenteuermodus aus der Vogelperspektive unterscheidet. In dem aus seitlicher Perspektive dargestellten Modus steuert der Spieler King Kong durch eine Mischung aus Action- und Jump&Run-Einlagen. Da die ersten Abschnitte dieses Spielmodus ebenfalls im Urwald auf der Insel stattfinden, wird der Spieler in diesem Spielmodus mit Dinosauriern unterschiedlicher Größe konfrontiert. Allerdings ist diese Einführung ebenso schnell vorbei wie die Erklärung des Spielprinzips im Adventure-Modus. Im Anschluss an die beiden Tutorials wechselt das Spiel wieder in den Adventure-Modus, in welchem dann in einer Zwischensequenz die Entführung von Ann durch Eingeborene dargestellt wird. Aufgabe des Spielers ist es nun, den Eingeborenen zu folgen und Ann zu befreien, die King Kong geopfert werden soll. Hierzu muss er sich durch den voller Ungeziefer wimmelnden Dschungel kämpfen, wobei ihm Macheté und Gewehr gute Dienste erweisen. Um sich auf der Insel zu orientieren steht dem Spieler eine Karte zur Verfügung, die sich im umfangreichen Menü anzeigen lässt und den aktuellen Standort sowie alle momentanen Quests anzeigt. Erwähnt werden sollte außerdem, dass dem Spiel eine gedruckte Karte beiliegt, die natürlich etwas größer als der Bildschirm des GBA ist und sich daher für ein detaillierteres Studium des Geländes eignet.

Screenshot: Peter Jackson's King Kong (GBA)Der Adventure-Modus bietet jedoch mehr als das Aufsuchen einzelner Orte und Kämpfe: So steht den Charakteren auf ihrer Suche nach Ann beispielsweise ein See im Weg, der nur mittels eines Floßes durchquert werden kann, was allerdings erst vom Spieler gebaut werden will. Hierzu müssen erst Lianen und Holzplanken gesammelt werden, die im jederzeit abrufbaren Inventar des Spielers gespeichert und kombiniert werden müssen. Die anschließende Floßfahrt ist auch keine lockere Bootstour, denn Hindernisse wie Felsen oder Baumstämme müssen mit Waffengewalt entfernt werden. Kurz darauf erwartet den Spieler ein Besuch in einem Tempel, der auf dem Weg zu King Kongs Unterschlupf liegt. Dieser recht umfangreiche Spielabschnitt ist mit Fallen, umfangreichen Schalterrätseln und zahlreichen Gegnern gespickt und dürfte vor allen Dingen Freunde klassischer Adventures in seinen Bann ziehen. Die Rätsel sind allesamt recht gewitzt und schön designt, aber in relativ kurzer Zeit geknackt. Dies sind nur einige der abwechslungsreichen, wenn auch recht linearen, Szenen des Adventure-Teils von Peter Jackson's King Kong. Gerade der Mix aus Kämpfen, Rätseln und dem Sammeln und Kombinieren von Gegenständen im Inventar macht Spaß und erinnert teilweise an die altehrwürdigen Indianer Jones Titel.

Im Gegensatz dazu steht der Action-Modus mit King Kong in der Hauptrolle: Die Kämpfe, in denen man zu Beginn auf Dinosaurier, im späteren Spielverlauf auf die Armee trifft, die sich mit Panzern und Flugzeugen zur Wehr setzt, sind zwar nicht sonderlich innovativ oder taktisch angehaucht, machen aber trotzdem Spaß, was sicher auch an der simplen Steuerung liegt.

Technisch kitzelt Peter Jacksons's King Kong so ziemlich das maximal Mögliche aus dem Gameboy Advance raus: Der Adventure Teil des Spiels bietet abwechslungsreiche Umgebungsgrafiken, welche für eine situationsabhängige Atmosphäre sorgen. Objekte und Charaktere sind recht ansehnlich gestaltet und fügen sich nahtlos in die Spielwelt ein. Im Action-Modus stechen vor allen Dingen die perfekt anmutenden Animationen King Kongs heraus. Umgebungsgrafiken und Gegner sind auch in Ordnung, wirken aber aufgrund ihrer cartoonhaften Erscheinung teils etwas fehl am Platz. Auch die Menüführung während der Inventare überzeugt optisch und rundet den positiven Gesamteindruck ab. Der Sound steht der Grafik in nichts nach und bietet neben einer tollen musikalischen Untermalung vor allen Dingen erstklassig vertonte Effekte, die leider größtenteils nur in den Zwischensequenzen Anwendung finden.

Fazit: King Kong zeigt, dass der Gameboy Advance noch nicht ausgemustert gehört

Peter Jackson's King Kong für Gameboy Advance ist einen nahezu perfekte Umsetzung des Spiels für Nintendos mittlerweile doch ins Alter gekommene Konsole: Der Umfang des Spiels könnte besser nicht sein und nutzt wirklich alle Bytes der Cartridge aus. Während der Abenteuer-Teil dank der Rätsel und durch das Inventar vorhandenen Rollenspielelemente Langzeitmotivation bietet, sorgen die Action-Einlagen mit King Kong für kurzweilige Unterhaltung. Nicht vergessen werden sollte dabei, dass dem Spieler gleichzeitig noch die komplette Filmgeschichte in einer für den Gameboy Advance mehr als aufwendigen Inszenierung präsentiert wird. Adventure-Liebhaber können daher ebenso bedenkenlos zugreifen wie Gelegenheitsspieler, die vor allen Dingen die Lizenz ködern dürfte, die von Ubisoft bestmöglich genutzt wurde. Mario Siewert

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