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31. 07. 2010

Testbericht: Shattered Horizon

Vor gut einem Jahr brachten die Benchmark-Spezialisten von Futuremark, welche mit ihrem 3DMark immer wieder f√ľr Aufsehen sorgten, ihr erstes eigenst√§ndig entwickeltes Spiel auf den Markt. Bei Shattered Horizon handelte es sich um einen Shooter, angesiedelt im Weltraum, welcher voll und ganz auf die Bed√ľrfnisse von PC-Spielern ausgelegt war.

Im Laufe der Zeit erschienen einige kostenlose Erweiterungen f√ľr das ungew√∂hnliche Werk, welches nicht eine der bekannten Kinderkrankheiten von Konsolenportierungen mit sich brachte. Diese Erweiterungen liegen der in k√ľrze erscheinenden Laden-Fassung, welche von Publisher HeadUp Games vertrieben wird, ebenfalls bei. Am eigentlichen Spiel hat sich, dem heiligen Spielegott sei Dank, nichts ver√§ndert. Die Devise lautet auch bei der Retail-Version: Keine Kompromisse eingehen.

Das merkt man dem Spiel auch nach einem Jahr noch an: Das Movement ist perfekt auf die hektischen K√§mpfe in der Schwerelosigkeit ausgelegt. Zwei Teams gehen in jeder Runde an den Start, wobei es nat√ľrlich verschiedene Spielmodi gibt. Von der Sabotage bestimmter Stellen auf den Karten bis hin zum Deathmatch ist altgewohntes mit dabei. Die Downloadinhalte haben in der Zwischenzeit seit der Erstver√∂ffentlichung f√ľr einige Neuerungen bei den Waffen und Karten gesorgt.

Und das Spiel selbst? Genau wie damals gibt es auch heute noch kein Unten und kein Oben. Shattered Horizon erinnert an eine gesunde Mischung aus dem indizierten Quake und dem Klassiker Descent. Das liegt an der bereits erw√§hnten Schwerelosigkeit. Wie gesagt: Die Richtungen sind hier relativ. Man kann nicht direkt sagen, wer auf dem Kopf steht und wer nicht. Nat√ľrlich ist es m√∂glich, auch auf Oberfl√§chen per eingeschalteter Magnet-Stiefel zu laufen, doch selbst dann wei√ü man noch l√§ngst nicht, wie rum man gerade steht. Dazu tr√§gt auch das ausgezeichnete Level-Design bei, welches diesen Effekt noch weiter verst√§rkt. Dieser Umstand sorgt aber auch daf√ľr, dass Shattered Horizon nicht unbedingt schonend mit Anf√§ngern umgeht. Wer hier nicht stets in alle Richtungen die Augen offen h√§lt, der wird f√ľr die eingeschworene Fangemeinde im Internet ein √§u√üerst leichtes Ziel abgeben.

Das liegt auch an der hohen Spielgeschwindigkeit. Wer in den letzten Jahren allzu viele Portierungen im Mehrspielermodus ausprobiert hatte, der k√∂nnte vielleicht ein wenig eingerostet sein, vielleicht sogar mit dem optimal angepassten Field of View (Anm. d. Red.: F√ľr den Spieler sichtbarer Bereich, ist bei Konsolenportierungen oft nicht an den PC-Monitor angepasst) nicht gleich klar kommen. Auch die Feuerkraft mutet auf den ersten Blick erst ein wenig gew√∂hnungsbed√ľrftig an. So gibt es n√§mlich erst einmal nur ein einziges Waffenmodell. Doch wie das in der Zukunft so √ľblich ist, verbirgt sich hinter dieser einen Knarre nat√ľrlich gleich ein ganzes Arsenal. Mit ihr k√∂nnen Granaten abgefeuert, Kugeln in verschiedenen Modi verfeuert und Ziele aus gro√üer Entfernung in Scharfsch√ľtzen-Manier anvisiert werden.

Einer der stärksten Kritikpunkte an Shattered Horizon war bei der erstmaligen Veröffentlichung der Umfang. Nur wenige Karten waren mit an Bord, weshalb die Langzeitmotivation bei vielen Spielern auf der Strecke blieb. Durch die nachträglich veröffentlichten Downloadinhalte wurde dieses Manko aber ein wenig ausgebessert. Klar, mehr wäre nach wie vor schön, doch die Mannen von Futuremark legen großen Wert auf Qualität, sodass die neuen Karten allesamt durchdacht und ausbalanciert daherkommen. Bleibt zu hoffen, dass auch nach der Ladenveröffentlichung noch einige neue Inhalte nachgereicht werden.

Fast keine Kritik bekam dagegen schon beim ersten Mal die Grafik des Spiels. Logisch: Wer in der Lage ist, einen Benchmark f√ľr die jeweils aktuelle Grafikkartengeneration auf den Markt zu bringen, der versteht etwas von Optik. Selbst nach gut einem Jahr sieht der Weltraumshooter nach wie vor beeindruckend aus. Selten war das dunkle All ein so anziehender Urlaubsort. Lediglich der extrem starke Plastiklook, der daf√ľr sorgt, dass sich alles und jeder auf alles und jedem spiegelt k√∂nnte so manchem K√§ufer √ľbel aufsto√üen. Doch der Rest, seien es Texturen, seien es Animationen oder Effekte: Man merkt einfach, dass hier Fachm√§nner am Werke waren.

Ganz √§hnlich sieht es da auch bei der Klangkulisse aus. Da es im All eigentlich still ist und es keine Verbreitung der Ger√§usche gibt, haben sich die Entwickler ein ausgekl√ľgeltes System ausgedacht, schlie√ülich wollen erfahrene Ballersoldaten auch h√∂ren, wenn sich mal ein feiger Hund von hinten anschleicht. Im Helm eines jeden Raumanzuges ist ein Audiosystem eingebaut, welches die Kl√§nge imitiert, als w√ľrde man sie tats√§chlich h√∂ren. Das Ganze klingt dann erstmal ein wenig befremdlich, wirkt zugleich aber auch sehr realistisch. Besonders fies: Die Elektronik l√§sst sich per Waffengewalt ausschalten, sodass orientierungslose Spieler noch einmal eine H√∂llenecke mehr aufpassen m√ľssen.

Fazit:
Schon bei der Ver√∂ffentlichung war Shattered Horizon ein optimale Titel f√ľr alteingesessene Shooterfans, welche genug vom Konsolenbrei hatten. Sie waren auch die Zielgruppe der Entwickler gewesen und f√ľr sie war das Spiel ein wahres Eldorado, welches lediglich am Umfang ein wenig krankte. Doch mit den Downloadinhalten hat sich das √ľber die Zeit eindeutig gebessert, sodass einmal mehr gilt: Wer einen Shooter sucht, der Schluss macht mit dem Weichsp√ľlmittel, der eine ansehnliche Optik bietet und dem man einfach anmerkt, dass er von einem Studio kommt, welches dem PC die ewige Treue geschworen hat, der sollte sp√§testens jetzt zugreifen.Michael Hoss

Wertung: 8 / 10

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