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15. 06. 2010

Testbericht: Söldner-X2 - Final Prototype

Sidescroller sind ein eigenes Genre, welches seit etlichen Jahren einfach nicht aussterben mag. Kein Wunder: Hin und wieder sind solche Titel doch auch äußerst spaßig und bieten viel Action für wenig Geld. Action, bei der man dann zwar überlegt agieren, jedoch zur gleichen Zeit auch mal das Hirn ausschalten kann. Und Söldner-X: Himmelsstürmer fand seiner Zeit mit dieser Formel zahlreiche Fans unter den Playstation-Spielern.

Söldner-X2 Final PrototypeDer Nachfolger hört auf den Untertitel Final Prototype und bringt noch mehr von all der Action mit, die schon den Vorgänger auszeichnete. Auch an eine Story haben die Entwickler dabei gedacht, doch ist die so durchsichtig wie eine Betonwand bei Nacht. Angesiedelt ist das Geschehen im 32. Jahrhundert, wo die D'aargs den Planeten Gota IV angegriffen haben, weshalb der Spieler in Form der Söldner-X-Einheit sich mit einem stark bewaffneten Schiff auf dem Weg macht, um das Problem an der Wurzel zu packen. Klingt komisch, kommt im Spiel kaum herüber und ist eigentlich auch ziemlich unwichtig. Immerhin: Wer eine Rahmenhandlung möchte, der hat eine – so wirr sie auch sein mag.

Einer der größten Kritikpunkte am Vorgänger war die behäbige Geschwindigkeit, mit der das Spiel vonstatten ging. Und diesem Punkt haben sich die Entwickler angenommen: Söldner-X2: Final Prototype spielt sich bedeutend schneller, lässt dem Spieler aber nach wie vor genügend Zeit zum agieren. Vergleichbare Titel spielen sich da noch eine Ecke flotter. Auf der anderen Seite sollte jedoch bedacht werden, dass Final Prototype mit nicht allzu vielen verschiedenen Welten daherkommt, weshalb die Gemächlichkeit für einen längeren Genuss sorgt.

Söldner-X2 Final PrototypeInsgesamt haben es fünf normale Level in das Spiel selbst geschafft, wobei zwei weitere Bonusrunden durch diverse erfüllte Aufgaben oder hohe Punktzahlen freigeschaltet werden können. Leicht ist das natürlich nicht, weshalb der Wiederspielwert extrem hoch ist. Zur Auswahl stehen dabei zu Beginn zwei verschiedene Raumgleiter, welche über unterschiedliche Waffen verfügen. Ein drittes Schiff darf ebenfalls frei gespielt werden. Dennoch: Wirklich umfangreich klingt das auf den ersten Blick natürlich nicht. Deswegen haben die Macher noch einen Herausforderungsmodus eingebaut, in welchem die Spieler dann in den bekannten Welten noch einmal ganz spezielle Aufgaben erfüllen dürfen und so mit immer höheren Punktzahlen belohnt werden.

Allgemein basiert darauf auch das gesamte Spielprinzip: Hauptsache Punkte machen. Dazu werden Gegner abgeschossen, Power Ups und goldene Ringe eingesammelt, welche im Übrigen wieder weitere Power Ups freischalten. Und am Ende wird dann jeweils ein großer Endgegner zu Klump geschossen. Die Formel an sich ist uralt, doch sie funktioniert nach wie vor und fesselt vor den heimischen Fernseher.

Söldner-X2 Final PrototypeMit den verschiedenen Schiffswaffen kommt neben der allgegenwärtigen Action, welche das Genre nun mal eben allgemein mit sich bringt, auch noch ein ordentlicher Taktikwind auf. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Verschiedene Gegnertypen erfordern verschiedene Waffen. Gerade bei den großen Endbossen gilt es, blitzschnell hin und her zu wechseln, um auch bloß immer den wunden Punkt mit möglichst großer Feuerkraft zu treffen. Nur wem das gelingt, der wird auch massig viele Punkte machen und den Highscore knacken.

Was alleine schon recht spaßig und unterhaltend ist, das ist zu zweit gleich noch einmal eine Ecke lustiger. So ist es der Mehrspielermodus, welcher Söldner-X2: Final Prototype eine lange Lebenszeit bescheren könnte. Zwar ist dieser leider nur offline spielbar, denn eine Internet-Unterstützung wurde nach wie vor nicht integriert, doch macht das Abschießen der Gegner mit einem guten Freund gleich viel mehr Spaß. Dann darf sich ein Spieler um den oberen Teil des Bildschirms kümmern und der zweite Mann an Bord sorgt dafür, dass die untere Hälfte schön sauber bleibt. Und um die Power Ups entsteht ein kleiner interner Krieg unter Freunden.

Söldner-X2 Final PrototypeTechnisch präsentiert sich der Playstation-Exklusivtitel äußerst hochwertig. Zwar spielt das Geschehen eigentlich nur in zwei Ebenen, doch laufen im Hintergrund schicke 3D-Landschaften vorbei, welche mit zahlreichen Details aufwarten können. Und der Vordergrund? Der wird meist von schicken Effekten und bildschirmfüllenden Explosionen zugedeckt. Dass hier eine waschechte Full-HD-Auflösung zu Grunde liegt, das war schon vorab klar. Die Folge: Weiche Übergänge. Wie man schon vermuten kann: Bei der Optik gibt es nichts zu meckern. Beim Sound sieht es da schon anders aus. Die Musik ist eher durchwachsen. Hin und wieder passen die elektronischen Klänge wie die Faust aufs Auge und hin und wieder stören sie. Wirklich unangenehm sind dagegen die kurzen Soundeffekte, welche in kurzen Zwischensequenzen und als Abschluss eines Levels gespielt werden.

Fazit:

Wer eine Playstation sein Eigen nennt und wer Sidescroller mag, der kann mit Söldner-X2: Final Prototype rein gar nichts verkehrt machen. Spielerisch und technisch überzeugt das Actionspektakel, erfindet dabei das Rad aber zum Glück nicht neu. Wilde Experimente haben die Entwickler nicht gemacht, stattdessen bereits vorhandene Stärken weiter ausgebaut und einige der Schwächen ausgebügelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Für den gemütlichen Abend, bei dem man einfach nur abschalten möchte, ist der Titel bestens geeignet. Michael Hoss

Wertung: 8/10

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