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02. 12. 2011

Testbericht: Agarest - Generations of War Zero

Das Genre der Rollenspiele ist ein durchaus beliebtes Pflaster, weshalb Spieler regelmäßig mit neuen Vertretern versorgt werden. Viele Videospiele dieser Gattung stammen aus den japanischen Gefilden, wovon es allerdings nicht alle auch nach Europa schaffen. Oft ist für die Macher eine Umsetzung für den hiesigen Markt hierzulande kaum lohnenswert, da dies von den Verkaufszahlen in vielen Fällen nicht gerechtfertigt wird. Doch nicht immer tritt dieser Fall ein. So wurde der Titel Agarest - Generations of War Zero problemlos veröffentlicht und steht seit einiger Zeit zum Kauf bereit. Doch lohnt die Anschaffung?


Ein Rollenspiel ist eben nicht immer gleich ein Rollenspiel. So ergeben sich auch innerhalb des Genres eklatante Unterschiede. Titel, die mehr auf Strategie abzielen, lassen sich in den Regalen der Händler kaum noch antreffen. Oft ist der Stoff für die Spieler zu zäh, weshalb die Macher in den meisten Fällen andere Schwerpunkte setzen. Die Entwickler von Agarest - Generations of War Zero haben sich von dieser Tatsache allerdings keineswegs abschrecken lassen. Damit präsentiert sich ein rundenbasiertes Rollenspiel, das so einige taktische Elemente zu bieten hat.

Wichtig ist bei einem Titel, der eine Spielzeit von etwa 50 Stunden bietet, jedoch nicht nur das Gameplay, sondern auch die Geschichte. Diese erzählt von einem Krieg zwischen Licht und Finsternis und setzt etwa 1000 Jahre vor den Ereignissen des letzten Sprösslings der Reihe an. Zwei streitende Götter haben sich dazu entschlossen, das Schicksal der Welt in die Hände der Menschen zu geben. Hier tobt der Kampf zwischen Gut und Böse weiter, wo der Protagonist mit dem Namen Sieghart ins Geschehen kommt. Dieser junge Zeitgenosse kämpft für die Seite des Lichts und versucht all sein Können dazu einzusetzen, um der Welt von Agarest eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Dass das nicht immer so einfach ist und mit vielen Auseinandersetzungen einhergeht, sollte wohl jedem bewusst sein. Der Storyrahmen bietet keine allzu großen Besonderheiten. Es ist wie so oft eine Frage des Geschmacks, ob man sich mit der Handlung anfreunden kann oder eben nicht. Eines wird allerdings schnell klar. Als Spieler von Agarest - Generations of War Zero braucht man jede Menge Geduld. So zeigt sich das Videospiel mit unzähligen Dialogen, die auch gerne mal einige Minuten andauern können. Das wird sicherlich nicht jedem gefallen, zumal die Gespräche nur mäßig in Szene gesetzt wurden. Man bekommt nämlich lediglich animierte Standbilder mit den entsprechenden Sprechblasen vorgesetzt. Des Weiteren kommt der Titel mit einer japanischen Sprachausgabe und englischen Texten daher. Das kann in Anbetracht der Textmenge in einigen Situationen durchaus sehr anstrengend für den Leser werden. Leute, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, bleiben aber ohnehin auf der Strecke.

Die meiste Zeit des Spiels verbringt man aber wohl mit den Kämpfen. Über eine Karte bewegt man sich zu den verschiedenen Punkten, besucht Städte und wird häufig eben in verschiedene Auseinandersetzungen verwickelt. Das Kampfsystem ist wie erwähnt rundenbasiert und für Freunde der Taktik ausgelegt. Es werden zwei Phasen geboten. Zunächst erfolgt die Bewegungsphase, bei der die Spielfiguren auf dem Raster verteilt werden können. Dinge, wie die Bewegungsreichweite werden dabei jeweils angezeigt. Sobald die Gruppe, die aus maximal sechs Personen besteht, an ihren Punkten angekommen ist, geht es zur Aktionsphase. Hier werden dann die Angriffe vollführt. Ebenso können aber auch Items verwendet werden, um den Charakter zum Beispiel zu heilen.

Glücklicherweise steht gleich zu Beginn ein umfangreiches Tutorial bereit, damit auch Einsteiger schnell in das Geschehen kommen. Wer später das ein oder andere Mal keine Lust hat, um sich dem Kampfgeschehen zu widmen, darf sogar die künstliche Intelligenz arbeiten lassen. Das klappt auch bis auf einige Ausnahmen recht gut. Eine weitere Besonderheit ist das Kombinieren der Figuren. Stehen die Recken nämlich in der entsprechenden Konstellation, werden besonders starke Manöver vollzogen, die zudem auch noch recht nett anzusehen sind. Optisch ist der Titel ansonsten ziemlich durchwachsen. Während die Gestaltung der Figuren an sich nett ist, ermangelt sich die Spielwelt einiger Details. Die putzige Retro-Grafik kommt einfach ein wenig zu veraltet daher und kann auch Konkurrenten aus dem gleichen Genre kaum das Wasser reichen. Außerdem wurden ziemlich viele optische Elemente aus dem Vorgänger übernommen. Dafür weiß jedoch die Hintergrundmusik mit tollen Liedstücken zu überzeugen. Die hierzulande erschienene Sammleredition bringt übrigens gleich den Soundtrack mit ins Haus.

In Agarest - Generations of War Zero hat man ansonsten natürlich mit den Alltäglichkeiten eines Rollenspiels zu tun. Daher geht es natürlich darum, möglichst starke Items zu finden bzw. zu erwerben und den Charakter aufzuwerten. Zur Auflockerung geht es aber auch immer mal wieder an das Treffen von Frauen bzw. den entsprechenden Gesprächen. So wird Agarest - Generations of War Zero gerne auch mal als Datingsimulator beschrieben. Es geht nämlich auch darum, sich um den Fortbestand zu kümmern. Daher wird schnell klar, wieso sich der Titel des Videospiels um Generationen dreht.

Fazit:

Agarest - Generations of War Zero ist ein durchaus nettes Rollenspiel der japanischen Riege. Das Kampfsystem präsentiert sich eingängig und bietet dank der Kombinationsmöglichkeiten einige variationsreiche Auseinandersetzungen. Dennoch ist das Spiel nicht für alle Rollenspielanhänger geeignet. Man braucht nämlich schon ziemlich viel Geduld, um die zahllosen Dialoge und vielen Kämpfe zu absolvieren. Das kann manches Mal unglaublich zeitraubend sein. Wer diese Ader also nicht besitzt, sollte sich lieber einem anderen Titel zuwenden. Ansonsten kommt mit diesem Videospiel recht solide Kost für Rollenspielpuristen ins Haus. – Daniel Dyba

Wertung: 6 / 10

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