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31. 03. 2011

Testbericht: Lego Star Wars III - The Clone Wars

Der Hype um das Star Wars-Franchise scheint kein Ende zu nehmen. Die Verantwortlichen hinter der Marke geben immer wieder Stoff, damit die Fans das Thema so schnell nicht vergessen. Neben Filmen, einer Serie und Spielzeug sind vor allem auch die Videospiele eine beliebte Schiene, um Geld in die Kassen zu spülen.

Lego hat sich mit Videospielen in den letzten Jahren vermutlich eine goldene Nase verdient. Zahlreiche beliebte Marken, wie zum Beispiel Batman oder Indiana Jones, wurden kurzerhand adaptiert und in das Lego-Universum eingefügt. Daraus entstanden viele Titel, die sich durchaus sehen lassen können. Star Wars darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Beide Trilogien wurden bereits umgesetzt und nun folgt die Versoftung der Zeichentrickserie. Diese dreht sich thematisch um die Klonkriege, die zeitlich zwischen dem zweiten und dritten Teil der neuen Saga stattfinden.

Das Spiel startet direkt auf dem Planeten Geonosis mit einer Szene, die bereits aus den Filmen bekannt sein dürfte. Ohne viele Worte startet direkt die Action, die wichtigsten Steuerungsbefehle werden aber am Bildschirm erklärt, sodass ein schneller Einstieg gelingen kann. Sobald die Einführungsmission erfolgreich absolviert wurde, kommt der Spieler auf das Einsatzraumschiff. Von dort aus können die einzelnen Missionen gewählt und gestartet werden. Dabei muss der Protagonist aber nicht einer bestimmten Linie folgen. In den Klonkriegen wird an mehreren Fronten gekämpft, aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, zwischen den Storylines zu wechseln. Wenn man also von einem Widersacher die Nase voll hat, geht es einfach zu einem anderen Planetensystem mit einem neuen Auftrag.

Die Geschichte selbst wird dem Spieler mit netten Zwischensequenzen näher gebracht, die seit dem letzten Teil nochmal deutlich aufpoliert wurden. Eine richtige Sprachausgabe gibt es immer noch nicht, was jedoch zum Lego-Stil passend erscheint. Die Klötzchenfiguren geben lediglich komische Laute von sich und präsentieren ihre Emotionen mit der passenden Mimik. Der typische Lego-Humor ist ebenso vorhanden. Lustige Gesten oder absurde Handlungen werden in den Sequenzen dargestellt. Wenn man bereits über die Vorgänger lachen konnte, wird hier ebenso Spaß geboten. Dennoch wird nicht jeder ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert bekommen, man merkt dem Titel gerade in Sachen Humor an, dass er doch eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist.

Lego Star Wars III: The Clone Wars ist deutlich cineastischer ausgefallen als seinerzeit noch der Vorgänger. Es werden mehr gescriptete Events und ausgefallene Situationen geboten. So fühlt man sich schon fast wie ein echter Jedi, wenn die erste Stahltür mit einem Laserschwert geöffnet wurde. Ansonsten sind die Level ein wenig weitläufiger ausgefallen, sodass Wege hin und wieder auch gesucht werden müssen. Am eigentlichen Gameplay hat sich jedoch wenig geändert. Das Ziel ist es nach wie vor, sich von A nach B zu schnetzeln und alles, was sich auf dem Bildschirm bewegt, umzusäbeln. Dennoch sind einige Elemente dazugekommen, wie zum Beispiel das Zerstören und Erobern von Basen auf einem Schlachtfeld. Zudem ist der Einsatz der Macht etwas interessanter ausgefallen. Viele Klötze bauen sich nämlich nicht mehr auf Knopfdruck automatisch zusammen. In einer Situation muss ein Roboter beispielsweise in der richtigen Reihenfolge aus mehreren Teilen zusammengebastelt werden.

In den Umgebungen ist der Spieler nur selten alleine unterwegs. In den meisten Fällen wird man von mehreren Mitstreitern begleitet, von denen alle unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen. Um diese Befähigungen nutzen zu können, muss während des Spielens per Knopfdruck die Figur gewechselt werden. So schlüpft man kurzerhand in die Rolle eines Droiden und kann eine Steuerkonsole bedienen, damit sich eine Tür öffnet. Bestimmte Dinge können nur mit speziellen Figuren erledigt werden, nach diesem Schema laufen fast alle Missionen ab. Leider gestaltet sich der Wechsel an sich ein wenig hakelig, da man ab und an versehentlich im falschen Körper landet. Level für Level werden neue Charaktere freigeschaltet, mit denen die Umgebungen später nochmals erkundet werden können. Viele Geheimnisse können sich nämlich erst bei einem zweiten Durchlauf offenbaren.

Die KI der Mitstreiter fällt eher mäßig aus, da sie sich nur in wenigen Ausnahmen als echte Hilfe beweist. Daher bietet sich vor allem das kooperative Spielen mit einem weiteren Freund an. Einfach nur die Starttaste betätigen und schon ist der zweite Controller registriert. Ebenso schnell kann man wieder aussteigen, falls der zweite Kompagnon keine Lust mehr hat. Laufen beide Spielfiguren zusammen herum, bleibt der Bildschirm im gewohnten Ausmaße erhalten. Wenn sich die Wege der Protagonisten allerdings trennen, bekommt jeder Mitstreiter seinen eigenen Bildschirm, der sich je nach Position verändert. Dies wirkt zu Beginn zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber schnell erweist es sich als gelungenes Koop-Element.

Die Level von Lego Star Wars III: The Clone Wars bieten immer wieder neue Geheimnisse. Überall lassen sich Punkte in Form von Bausteinen finden. Wer also gewillt ist, viel Zeit zu investieren, wird durchaus belohnt. Die Rätsel verlangen dem Spieler aber auch so schon viel Zeit sowie Geduld ab. Die Entwickler haben die Knobeleinlagen leider viel zu undurchsichtig konstruiert. In vielen Fällen läuft man zahlreiche Minuten umher, bis der Spieler überhaupt weiß, was in der jeweiligen Situation gefordert ist. Das sorgt hin und wieder für Frust, was für die junge Zielgruppe natürlich alles andere als förderlich ist. An dieser Stelle tut aber auch die Bedienung ihr Übriges. Die Kamera lässt sich nicht frei justieren, was schnell zu Unübersichtlichkeit führt. Ansonsten kommt es immer mal wieder vor, dass die Figuren nicht das tun, was von ihnen gefordert ist. Das gilt auch für die Benutzung der Fahrzeuge, die aber sonst viel Spaß mitbringt.

Fazit:
Lego Star Wars III: The Clone Wars vereint wieder einmal ein großartiges Franchise mit dem gelungenen Lego-Humor. Der neueste Ableger kommt dabei mit vielen Verbesserungen daher, die sich durchaus sehen lassen können. Insgesamt fühlt sich das Spiel nach mehr Action und Abwechslung an. Schade aber, dass die Rätsel für so viel Frust sorgen. Nicht selten findet man sich wütend vor dem Bildschirm wieder, weil die Lösung einfach nicht nachvollziehbar ist oder die fehlende Übersicht störend auf die Situation einwirkt. Trotzdem bietet Lego Star Wars III: The Clone Wars viel Spaß, der besonders mit einem weiteren Freund zur Geltung kommt. Hat man bereits einige Lego-Spiele im Regal, dann wird Lego Star Wars III: The Clone Wars sicherlich kein Fehlkauf sein. – Daniel Dyba

Wertung: 7 / 10

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