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13. 08. 2011

Vorschau: Black Death

Durch Spiele wie Cold Fear sind die Mannen von Darkworks einst bekanntgeworden. Dann kam Ubisoft mit dem Auftrag für I Am Alive. Doch entzog der Publisher den Entwicklern das Projekt wieder, seit dem ist es verschollen. Aber Darkworks ruhte nicht. Und begann die Arbeiten an Black Death.

Screenshot: Black DeathWir hatten jetzt Gelegenheit, einen äußerst frühen Prototypen des Spiels anzutesten. Um Feedback zu geben, denn die Macher befinden sich noch in einer sehr frühen Phase, wollen wartende Fans aber mit einbeziehen. Da sagen wir natürlich nicht nein. Und so warfen auch wir einen Blick auf den Prototypen und wollen euch nun unsere Eindrücke schildern.

Black Death soll ein Horrorspiel werden. Mit echtem Gruselfaktor. Mit echten Schockmomenten. Mit blankem, jedoch auch mit subtilem Horror. Weniger mit Splatter, wie das aktuell in der Branche ja eher der zu erkennende Trend ist. Man denke hier nur an die Entwicklung von Resident Evil oder Dead Space. Nein, dahin soll die Reise nicht gehen. Das merkt man schon jetzt. Erinnern tut das Spiel in diesem frühen Stadium in gewisser Weise an den Horrorklassiker Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth.

Das Spiel ist in einer Stadt nahe der nordamerikanischen Küste angesiedelt. Dort hat eine gravierende Seuche zugeschlagen, die durch einen schwarzen Rauch verbreitet wird. Der dichte Qualm lässt Menschen sterben und danach mutieren. Und wieder auferstehen. Zombies quasi. Nur deutlich intelligenter. Deutlich schneller. Und deutlich stärker. Aber mindestens genauso hungrig auf lebendes Menschenfleisch. Immerhin: Es gibt theoretisch Heilung. Aber die wichtigste Aufgabe des Spielers ist es, zu überleben. Zu entkommen. Aus der Hölle auf Erden, die vom schwarzen Tod heimgesucht wurde. Nur dass der dieses Mal in anderer Gestalt und nicht in Form der Pest seinen Auftritt feiert.

Screenshot: Black DeathDer Prototyp beinhaltete nur einen Level und der war, rein von Leveldesign her, natürlich äußerst rudimentär gehalten. Eben ausreichend, um die Idee, die Vision des Spiels zu präsentieren. Das funktionierte soweit auch schon ganz gut. Die Schockmomente, wenn durch den dichten Rauch plötzlich ein Mutant angerannt kam, waren passend gesetzt, erschreckten und sorgten für Adrenalinkicks. Die beklemmende Atmosphäre ist schon jetzt über jeden Zweifel erhaben, ständig lebt man mit der Angst, dass man sofort vernichtet werden könnte. Zumal es nicht gerade Munition im Überfluss gibt. Und die Mutanten halten dann auch noch so viel aus.

Munitionsknappheit ist ein interessantes Thema, wenn man sich Black Death anschaut. Der Grund dafür ist eine Idee der Entwickler, biochemische Waffen zu integrieren. In Laboren, die man hin und wieder findet, darf, sofern man über die entsprechenden Zutaten verfügt, eine ganz bestimmte Waffe mit eigens gebrauter Munition versorgt werden. Benzin rein, Klebstoff, diverse Chemikalien – fertig ist das Gebräu. Die verschiedenen Gemische sollen im fertigen Spiel dann auch die unterschiedlichsten Wirkungen haben. Bereits im Prototypen integriert war eine Mischung, die Gegner verlangsamte, auf Dauer sogar einfror. Viele weitere Munitionstypen sind geplant. Man darf gespannt sein.

Ebenso gespannt darf man auf das fertige Waffenarsenal sein. Im Spiel waren bisher Pistole und Schrotflinte zu sehen. Die hatten auch ordentlich Kraft, doch man merkte schon beim Zielen, dass der Titel eindeutig nicht als reiner Egoshooter konzipiert wurde. Das Kampfsystem ist weit von einem Shooter wie F.E.A.R. entfernt, genügt aber den Ansprüchen von horrorliebenden Fans.

Screenshot: Black DeathRein technisch gesehen war der Prototyp natürlich noch nicht allzu weit entwickelt. Gerade was die Animationen und die Texturen, eigentlich den allgemeinen Detailgrad angeht, wartet noch eine ganze Menge Arbeit auf die Entwickler. Doch die haben ja Zeit, finanzieren sie das Projekt doch aus eigener Tasche, unterliegen also keinen Zwängen von außen. Hoffen wir nur, dass sie sich die Zeit auch gönnen. Dann könnte nämlich auch der Sound, der schon jetzt nicht von schlechten Eltern ist, eine Wucht werden. Und das ist für eine dichte Atmosphäre natürlich besonders wichtig.

Der erste Eindruck der frühen Version ist aber durchweg positiv. Die Entwickler von Darkworks befinden sich auf dem richtigen Weg. Black Death hat Potential und sollten sie sich die nötige Zeit nehmen, so könnte hier ein echter Geheimtipp entstehen. Vor dem nächsten Jahr ist allerdings wohl kaum mit einer Veröffentlichung zu rechnen.

Ersteindruck:
Wenn die Entwickler jetzt nicht völligen Mist bauen und nicht auf das Feedback der Fans hören, dann könnte Black Death wohl noch in den Sand gesetzt werden. Doch hoffe ich das natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich bin zu Zeit guter Dinge, dass hier endlich mal wieder ein echter Schocker entsteht, der mit subtilem Horror und eben nicht mit brutalem Splatter zu überzeugen vermag. Der Prototyp jedenfalls deutet auf ein wirklich tolles Spiel hin, das technisch vielleicht ein wenig veraltet daherkommen wird, spielerisch aber großes Kino werden könnte. Ich bin gespannt. - Michael Hoss

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