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25. 08. 2011

Vorschau: The Second Guest

Adventures sind tot? Von wegen! Immer mehr solcher Produktionen erblicken das Licht der Welt. Und auf der gamescom zeigte auch der junge deutsche Publisher HeadUp Games ein solches Machwerk. Dort wurde nämlich hinter verschlossenen Türen die erste Episode von The Second Guest vorgestellt.

Screenshot: The Second GuestAllzu viel über die Story wurde leider nicht verraten, was aber kaum weiter verwundern sollte. Schließlich soll das ambitionierte Projekt in Episoden erscheinen, welche jeweils mehrere Stunden andauern sollen. Und die Gesamtgeschichte soll ja noch verborgen bleiben. Was wir schon mal sagen können ist, dass der Titel im Cthulhu-Universum angesiedelt ist. Also mehr oder weniger im Universum spielt, was von Horror-Autor H.P. Lovecraft geschaffen wurde. Ganz so horrorhaft wird das Adventure aber nicht werden. Klar, Grusel ist mit an Bord – aber auch der Humor soll nicht zu knapp kommen.

Davon konnten wir uns auch mit eigenen Augen überzeugen. In einen Baum war zum Beispiel das Logo des Publishers zu erkennen, Gegenstände sprachen mit dem Charakter (zum Beispiel der Baum) und die Figuren feuerten auch einen Kracher nach dem Anderen aus den Dialogen. Moment. Man kann sich mit Gegenständen unterhalten? Korrekt. Und nicht nur mit denen. Auch mit Figuren, wie zum Beispiel einer Krähe. Und je nach dem mit welchem Gegenstand man das tut, reagieren die Wesen auch anders. Kommt man dem Baum mit Dünger, so wird er ganz anders reagieren, als wenn man es mit einem lächerlichen Regenschirm probiert.

Gegenstände führen uns zum nächsten Thema. Zu Rätseln. Die sollen in The Second Guest echte Kopfnüsse werden. Knackig, schwer. Für Rätsel-Veteranen geeignet eben. Aber allesamt logisch lösbar. Keine Absurditäten wie in anderen Titeln. Wer nicht weiterkommt, der kann sich auch vom Spiel helfen lassen. Aber nein, nicht doch! Die Lösungen selbst werden nicht verraten. Ganz im Gegenteil! Man bekommt einfach neue Rätsel spendiert. In Form von Gedichten, die Metaphern beinhalten oder einfach nur so wirr sind, dass sie irgendwo einen Hinweis versteckt beinhaltet haben. Und wenn auch das nicht hilft, so misst das Spiel einfach die Zeit, die der Spieler benötigt, um bestimmte Hinweise zu finden. Gelingt das nicht, so wird einfach eine Figur im wichtigen Abschnitt platziert, die einen Hinweis geben soll.

Screenshot: The Second GuestRein technisch ist The Second Guest schon jetzt ein echter Hingucker. Der Grafikstil ist eigenwillig, etwas ganz Besonderes für Adventurefans. Sie ist auch der Grund, warum die Entwicklung so schnell vorankommt, denn im Prinzip besteht das Spiel aus zahlreichen Schwarztönen. Die gezeichneten Hintergründe sind düster gehalten, Comichaft aber allesamt sehr einfach. Ebenso die Charaktere. Also die sind natürlich eine Ecke farbiger, heben sich vom morbiden Hintergrund auch ab, sind jedoch allesamt simpel gestaltet. Die Entwickler sagen selbst, dass genau das auch das Ziel war: So simpel wie nur möglich, doch mit so vielen Details wie nur vorstellbar. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Figuren sind markant, charmant und haben Stil. So wie der Rest im Übrigen auch. Doch auf Grund der Einfachheit lässt sich das Spiel natürlich deutlich schneller produzieren.

Achso. Eine technische Spielerei, die sich auf das Geschehen auswirkt, haben die Macher dann doch noch eingebaut. Nämlich ein dynamisches Wettersystem, welches auch gerne mal für nasskalten Regen sorgt. Wenn es regnet, dann verändern sich auch die Ortschaften und es gibt so manchen Gegenstand zu finden oder Gag zu entdecken, den es vorher nicht zu sehen gab. Das ist doch mal eine nette Idee!

Screenshot: The Second GuestAh. Und bevor wir es vergessen: Die Charaktere sind nicht nur optisch wahrlich Charmant. Nein. Auch bei der Vertonung haben sich die Macher Mühe gegeben. Wobei wir uns davon bisweilen nur an einigen Stellen überzeugen konnten. Doch die gehörten Samples waren schon mal nicht verkehrt. Aber der Höhepunkt war die Sprecherliste, die uns vorgelegt wurde. Massenweise bekannte Stimmen, die alle aufzuzählen an dieser Stelle viel zu lange dauern würde. Nur so viel: Bereitet euch auf einen Klangorgasmus vor. Zumal die Sprecher angewiesen worden sind, alle Texte ein wenig im Hörspiel-Stil zu lesen. So soll noch ein wenig mehr Charme verpackt werden. Und das könnte durchaus klappen.

Ersteindruck:
Ich kann es immer wieder nur betonen: Ich stehe auf kleine Produktionen. Auf unabhängige Spiele. Auf frische Ideen – und seien sie am Ende auch nur im Grafikstil verpackt. Doch The Second Guest bietet nicht nur bei der Grafik etwas eigenwilliges, nein eigentlich gleich überall. Natürlich ist es ein Nischenprodukt, doch hat es seine Daseinsberechtigung und wird seine Fans finden. Daran glaube ich ganz fest und ich hoffe es auch. Es wäre doch wirklich schade, wenn schon nach einer einzigen Episode Schluss sein sollte. Daran will ich gar nicht denken! Also liebe Leser, haltet die Augen bitte, bitte offen. Besonders wenn ihr knackige Rätsel knacken wollt. - Michael Hoss

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