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28. 04. 2008

Testbericht: AeK: Reich des Ostens

Der sechste Teil der Siedler-Reihe konnte bei den Fans viele Sympathien zurückgewinnen. Nur wenige dürfte es daher wundern, dass aufgrund dieses Erfolges nun mit Reich des Ostens ein Add-On erschienen ist, in dem die Geschichte des Hauptspiels fortgeführt wird. Ob das Siedeln dabei genauso viel Spaß macht wie im Original, haben wir für euch ausprobiert.

Screenshot: AeK: Reich des OstensDer Name verrät es schon: Reich des Ostens verschlägt euch zu Schauplätzen, die östlich den aus der Kampagne des Hauptspiels bekannten Orten liegen. Zwar wurde der rote Prinz am Ende von Aufstieg eines Königreichs besiegt, aber aus den östlichen Regionen eures Reiches kündigt sich neuer Ärger an: Mysteriöse Priester ziehen brandschatzend durch eine Hidun genannte Region, die viele gewollte Parallen zu dem Land aufweist, das allgemein als Indien bekannt ist.

Auf dem Papier bietet das Add-On zwar weniger Innovationen als erwartet, aber die vielen kleinen Änderungen sind eng mit der Story verwoben und scheinen daher umso wichtiger für den Spielverlauf. Da wäre beispielsweise der Geologe, der stillgelegte Brunnen, Minen und Steinbrüche gegen eine üppige Bezahlung nach neuen Rohstoffadern durchsucht und damit wieder nutzbar macht. Was zunächst nach einer hilfreichen Innovation klingt, ist an mehreren Stellen der acht Missionen umfassenden Kampagne notwendig, um im Storyverlauf voran zu kommen oder wichtige Rohstoffe in den nur spärlich mit selbigen bestückten Missionskarten zu ergattern.

Screenshot: AeK: Reich des OstensDie weitere wohl wichtigste Änderung ist die neue Klimazone, in der Reich des Ostens spielt: Da das Spiel thematisch wie bereits erwähnt in einer an Indien angelehnten Region spielt, erwarten euch regelmäßige Monsun-Regen, in denen fruchtbarer Boden nicht zur Getreideernte genutzt werden kann und bestimmte Gebiete nicht passierbar sind. Immerhin sorgt der Monsun dafür, dass die von euch errichteten Brunnen - der Brunnen ist eins der beiden neuen Gebäudetypen - mit Wasser voll laufen. Neben dem Klima fügen sich übrigens sowohl die Umgebungsgrafiken als auch weite Teile der Story nahtlos in das Indien-Schema ein. So müsst ihr im Verlauf der Kampagne beispielsweise Tempel im tiefsten Dschungel aufsuchen, in denen seltsame Götter verehrt werden, und auch die Suche nach einer heiligen Kuh gehört zu euren Aufgaben. Neben den bewährten Helden könnt ihr dabei auch auf die Hilfe Sarayas, einer Tochter des Großmoguls von Hidun, bauen.

Selbige kann nicht nur Tribut von anderen Fraktionen für ihre Leistungen einfordern, sondern reduziert auch die Baukosten für einen Handelsposten um die Hälfte. Beim Handelsposten handelt es sich neben dem Brunnen um das zweite der beiden neuen Gebäude. Er erlaubt die Einrichtung automatischer Handelsvorgänge mit anderen Parteien, die fortan in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, ohne dass ihr euch darum kümmern müsst. Gleichzeitig reduzieren sich die Kosten einiger Handelsgüter durch den Handelsposten.

Die technische Präsentation von Reich des Ostens kann sich sehen lassen und überzeugt nicht nur dank einer passenden Umsetzung des fernöstlichen Schemas, sondern auch mit einer leicht verbesserten Performance. Letzten Endes können aber auch diese Verbesserungen nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass Reich des Ostens viel zu kurz geraten ist: Hat man die acht Missionen der Kampagne durch, bleibt nicht mehr viel übrig, da die zugegebenermaßen packenden Story-Elemente natürlich im freien Spiel nicht vorhanden sind und auch der Geologe dort nicht die selbe Wirkung entfalten kann wie in der Kampagne.

Fazit

So stimmig und unterhaltsam die Änderungen auch sind, die Reich des Ostens parat hält, so können sie den viel zu kurzen Umfang dennoch nicht wett machen: Ein neuer Held, zwei neue Gebäude, die neue Klimazone und der Geologe bieten zusammen mit der nur acht Missionen umfassenden Kampagne nur relativ kurzen Spaß, woran die ebenfalls neuen zahlreichen Verschönerungsobjekte letztendlich auch nichts ändern. Zwar hält sich Reich des Ostens auch preislich im Rahmen, dennoch hätte man selbst für gut 20 Euro noch etwas mehr erwarten können. Siedler-Fans werden sich das Spiel jedoch sicher sowieso holen und durchaus ihren Spaß haben, dieser ist halt nur recht schnell wieder vorbei. Mario Siewert

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