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03. 09. 2010

Testbericht: BlazBlue: Calamity Trigger

Prügelspiele sind auf dem heimischen Computer eher eine absolute Seltenheit, während sie auf den Konsolen eine riesige Fangemeinde besitzen. Zuletzt kam mit Street Fighter IV überraschenderweise ein Urgestein zurück auf den PC. Und jetzt steht mit BlazBlu gleich ein weiterer Vertreter dieser Zunft bereit.

So groß die Freude darüber auch sein mag, einen bitteren Beigeschmack hat die Angelegenheit ja schon. Auf den Konsolen ist Calamity Trigger bereits vor einem Jahr in Japan erschienen und kam hier verspätet auf den Markt. So sehr verspätet, dass noch in diesem Jahr der offizielle Nachfolger erscheinen soll. Und kurz bevor dieser auf den Markt kommt, gibt es nun auch eine PC-Version vom „alten Eisen“. Doch immerhin: Es gibt endlich wieder Schläge auf dem Rechner.

An der kruden und merkwürdigen Geschichte hat sich nichts geändert – gerade für westliche Spieler ist sie ein wenig undurchsichtig ausgefallen. Aber mal ganz im Ernst: Wer erwartet bei diesem Genre bitte eine verständliche und glaubwürdige Story? Versuchen es die Macher dann doch, kommt am Ende noch so etwas wie bei Tekken 6 heraus. Nicht unbedingt ein Wunschziel, wenn man die Fans fragt.

Die PC-Version hat ansonsten gegenüber den Konsolen-Fassungen eigentlich fast nichts voraus – hängt aber wenigstens auch an keiner Stelle hinterher. Nach wie vor gibt es lediglich zwölf Charaktere, welche sich im Solo- oder aber im Onlinepart spielen lassen. Die wenigen Kämpfer waren schon auf den Konsolen ein herber Kritikpunkt, welcher aber erst mit dem Nachfolger ausgebessert werden soll.

Doch auch wenn es nur wenig Kämpfer sind, so sind die vorhandenen Charaktere doch bis in das letzte Detail durchdacht. Es gibt keinen übermächtigen Kämpfer, keine unausgleichbaren Vor- oder Nachteile. Die Kämpfe sind betont actionreich, schwer und man merkt stets, wie verdammt Fair das Ganze abläuft. Allein das Balancing muss eine halbe Ewigkeit in der Entwicklung verschlungen haben. Das zahlt sich dann aber auch im Spiel wieder aus: Für jeden Spielertype gibt es einen passenden Charakter, alle Spieler haben unterschiedliche Lieblinge und so kommt es auch im Onlinekampf immer wieder zu abwechslungsreichen Szenen.

Was beim Onlinekampf auch noch hinzukommt, das ist dann tatsächlich mal ein Feature, welches extra für die PC-Fassung von BlazBlue: Calamity Trigger entwickelt wurde. Die Entwickler haben sich nämlich den Markt der Spiele angesehen und festgestellt, dass ein einst so groß beworbenes Thema mit einem Schlag wieder in der Versenkung verschwand. Das Stichwort lautet hier „Cross Plattform“. Es ist endlich wieder möglich, systemübergreifend gegeneinander zu spielen. Durch die vollwertige Integration von Windows Live wird dieses Kunststück möglich. Das Matchmaking funktioniert dann genau wie auf der Xbox 360. Innerhalb der Testzeit ging das sogar immer recht fix, Verbindungsabbrüche kamen so gut wie nie vor und auch Lag-Probleme konnten wir nicht feststellen.

Das größte Problem bei „Cross Plattform“ Spielen ist ja meistens der Umstand, dass Konsolen und PC-Spieler auf unterschiedliche Eingabegeräte angewiesen sind. Speziell bei Shootern ist das nicht gerade angenehm. Da es sich bei BlazBlue: Calamity Trigger jedoch um ein Prügelspiel handelt, gibt es solche Probleme erste gar nicht. PC-Spieler dürfen zwar auch andere Gamepads anschließen und frei konfigurieren, doch de facto können sie auch einfach das normale Xbox 360-Pad zur Hand nehmen und in die Schlacht ziehen. Das Spiel ist sogar so freundlich immer darauf hinzuweisen, gegen welches System man eigentlich gerade spielt.

Bei der Technik haben die PC-Nutzer ebenfalls einige neue Effekte spendiert bekommen. Auch haben die Computernutzer einige zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten. Doch ansonsten hat sich an der zu Grunde liegenden Technik nichts geändert. BlazBlue ist knallbunt, schrill und kommt äußerst japanisch daher. Es ist eines der schönsten Prügelabenteuer – und das auch ganz ohne eine 3D-Grafik. Die vorhandenen zwei Ebenen sind in jeder Arena, in jeder Animation und bei jedem Effekt stilvoll gestaltet und man merkt, dass die Entwickler hier genau wussten, was sie taten. Ähnlich verhält es sich auch beim Sound. Der Klang stimmt einfach, egal ob Effekte oder Musik. Für waschechte Fans ist auch in der deutschen Fassung, welche nur mit Untertiteln daherkommt, die japanische Sprachausgabe enthalten. Die ist zwar irgendwie ein wenig schrullig, doch auf der anderen Seite auch richtig cool und stilecht.

Fazit:
Schon Street Fighet IV war ein Segen für den PC. Das Spiel machte Spaß und war quasi die Essenz des Prügelns. Doch BlazBlue: Calamity Trigger steht dem in Nichts nach. Wo die Konkurrenz die Essenz des Westens war, ist dieser Titel das passende fernöstliche Gegenstück. Das Balancing ist nahezu perfekt, die Optik wunderbar gestaltet und das Spiel macht insgesamt einfach nur das Eine. Nämlich Spaß. Michael Hoss

Wertung: 9 / 10

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