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30. 05. 2008

Testbericht: Boom Blox

Steven Spielberg ist einer der erfolgreichsten Regisseure unserer Zeit, daran besteht kein Zweifel. Nun ist das erste Videospiel des 65-Jährigen erschienen. Spielberg hat sich hohe Ziele gesteckt: Er will sämtliche Zielgruppen mit seinem neuen Werk ansprechen. Vom Kleinkind zur Großmutter, vom Casual Gamer bis zum Hardcore-Spieler. Es gab bisher nur sehr wenige Spiele, die diesem Anspruch gerecht wurden. Hat Spielberg zusammen mit EA diese Gratwanderung vollbracht?

Eines vorweg: Boom Blox hat nichts mit dem Bombast-Filmen von Spielberg gemein. Es ist ein Spiel, das von der Aufmachung her sehr an ein Kinderspiel erinnert. Die Bewohner der Spielwelt sind rechteckige Tiere, die beinahe jedes Problem mit dem Einreißen von Gebilden lösen können. Im Abenteuer-Modus werden kleine Geschichten zu den einzelnen Völkern erzählt. Leider wird man als Spieler hier auch nicht wirklich über die Welt oder ihre Bewohner aufgeklärt. Wer also ein Spiel mit einer Story oder bombastischen Effekten erwartet, wird enttäuscht sein. Allerdings ist das Prinzip des Spieles so motivierend, dass man darüber hinwegsehen kann.

Screenshot: Boom BloxIhr startet mit dem Tutorial, das euch sehr übersichtlich in die verschiedenen Funktionen von Boom Blox einführt. Im ersten Modus gilt es, mit einem Baseball Gebäude zum Einsturz zu bringen. Hierzu richtet ihr die Wiimote auf den Fernseher und zielt auf den Punkt, von dem ihr glaubt, dass es den Turm am effektivsten zum Einsturz bringt. Danach müsst ihr den A-Knopf gedrückt halten und eine Wurfbewegung ausführen. Die Konsole misst hierbei die Stärke des Wurfes. Meistens müsst ihr so stark wie möglich werfen. Macht also besser eine Pause, bevor ihr einen Tennisarm bekommt. Natürlich muss man nicht nur Bälle auf Gebilde werfen, sondern dank der vielen verschiedenen Klötzchen-Arten auch taktisch denken. Holzblöcke reagieren ganz normal auf die exzellente Physik des Spiels. Von den Chemikalienblöcken müssen zwei zusammengebracht werden, um eine mächtige Explosion hervorzurufen. So können mächtige Kettenreaktionen hervorgerufen werden. Lila Klötze verschwinden, sobald sie getroffen werden, Bomben-Klötze explodieren sofort. Diese Zutaten sind so gut vermischt, dass ihr die Level oft mehrmals Spielen müsst, um den perfekten Wurf zu landen und alles auf einmal abzuräumen. Je weniger Würfe gebraucht werden, umso besser fällt eure Bewertung aus. Es gibt Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für das erfolgreiche abschließen der Levels. Schafft ihr nicht einmal die Bronze-Voraussetzung, müsst ihr den Level wiederholen. Aber nicht nur Werfen gehört zu euren Aufgaben: In vielen Levels müssen die Klötze - wie bei dem Gesellschaftsspiel Jenga - aus dem Turm gezogen werden, ohne dass dieser umfällt. Oft sind in diesem Modus Zahlen auf den Klötzen. Manche geben Pluspunkte, manche Minuspunkte. Ihr müsst also genau aufpassen, welche Klötze ihr aus dem Turm zieht. Vorsicht ist angesagt: Wenn er umkippt, fallen Plus- und Minusklötze herunter und ihr müsst den Level wiederholen. Manchmal bekommt ihr auch Schusswaffen wie beispielsweise Laserkanonen in die Hand. Dann muss nur auf den Bildschirm gezielt werden, um Blöcke zu atomisieren. Diese Einlagen sind sehr viel schwerer als die sonstigen Aufgaben und nehmen dem Spiel damit etwas die Balance. Ansonsten steigt der Schwierigkeitsgrad nämlich eher langsam an.

Screenshot: Boom BloxDie bereits erwähnte beinahe makellose Physik von Boom Blox macht den Hauptreiz des Spiels aus: Ihr müsst extrem vorsichtig und geschickt sein, um jede Aufgabe mit einer Goldmedaille abzuschließen. Leider ist die Technik des Spiels ansonsten nicht ganz das, was man von modernen Spielen erwartet: Die Grafik kann gerade noch als zweckmäßig bezeichnet werden, der Sound plätschert mit unscheinbaren Melodien vor sich hin. Eine besondere Erwähnung verdient der Level-Editor. Hier könnt ihr neue Levels gestalten oder bereits erledigte Aufgaben nach euren Vorlieben verändern. Der Editor ist logisch aufgebaut und man findet sich sofort zurecht. Blöcke können zurechtgeschnitten, vergrößert und verkleinert werden. Danach dürft ihr die selbst gebauten Levels an Freunde verschicken werden. Leider können keine Levels von fremden Spielern gespielt werden, was die Langzeitmotivation noch einmal enorm erhöht hätte. Trotzdem ist Boom Blox mit seinen über 500 Levels ein recht umfangreiches Spiel, dass auch nach dem Durchspielen immer wieder zu einer Runde motiviert, vor allem im Multiplayer-Modus. Ihr könnt im Splitscreen gegen bis zu vier Freunde antreten oder im Koop-Modus mit ihnen zusammen Türme zu Fall bringen. Hier wird Boom Blox zu einem echten Partyspiel, an dem man locker einen ganzen Abend sitzen kann.

Fazit

Boom Blox hat mich anfangs noch etwas unterfordert: Das Spielprinzip ist sehr simpel und die ersten Levels fordern kaum. Nach einiger Spielzeit zog der Schwierigkeitsgrad an. Ab diesem Zeitpunkt war ich süchtig nach dem Spiel und konnte erst aufhören, als jede Aufgabe erledigt war. Die Shooter-Einlagen waren mir zwar ein Dorn im Auge, aber insgesamt wurde ich extrem gut unterhalten und freue mich schon auf das nächste Videospiel von Mr. Spielberg. Jeder, der eine Wii zuhause stehen hat, sollte zumindest mal einen Blick darauf werfen, vor allem, da das Spiel schon ab 30 € zu haben ist. Benjamin Dross

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