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27. 04. 2011

Testbericht: Dungeon Hunter - Alliance

Oh Diablo, du ewiger Klassiker. Du Spiel, das seines Gleichen sucht. Du Spiel, was schon bald in die dritte Runde gehen wird. Du Spiel, auf das wir noch so lange warten müssen. Zeit genug also, einen Blick auf einen weiteren Klon zu werfen. Gut möglich, dass Dungeon Hunter: Alliance es ja schafft, den Urvater des Genres mal eben locker flockig vom Thron zu schmeißen.

Screenshot: Dungeon Hunter: AllianceDie Antwort, auf die Frage, ob die Playstation 3-Version der Dungeon Hunter-Reihe, die eigentlich auf den I-Plattformen beheimatet ist, die Wartezeit zum großen Vorbild überbrücken kann, wollen wir gleich zu Beginn geben. Denn sie lautet „Ja“. Es ist am Ende, das schon einmal vorweg, ein klassisches Hack & Slay geworden, was mit der ein oder anderen netten Idee aufwartet.

Doch wollen wir zunächst einmal auf die Geschichte zu sprechen kommen. Die ist nämlich typisch banal für ein Spiel mit Fantasysetting. Da gibt es einen Helden, der einst lebte doch starb und wieder erweckt wird. Auf der anderen Seite haben wir eine dunkle Herrscherin, die das Land unterjocht hat und tyrannisiert. Die Aufgabe ist klar: Die böse Damen vom Thron stürzen und schön das Zauberland retten. So, wie sich das für einen Helden gehört. Unterwegs noch einige kleinere Aufgaben lösen und hier und da Feen befreien, schon haben wir ein wenig Abwechslung und fertig ist die Geschicht'. Alles öde also? Prinzipiell ja, zumindest was die Geschichte angeht. Doch seien wir einmal ehrlich: Wen hat die Geschichte bei Diablo interessiert? Da wollte man nur dem Höllenfürst höchst selbst gegenüberstehen. Und anders ist das auch bei Dungeon Hunter: Alliance nicht.

Screenshot: Dungeon Hunter: AllianceKaum aufgewacht geht es auch schon mit den ersten Geplänkel los. Und das ist für das Genre typisch gehalten. Monster werden mit einer einfachen Attacke zu Brei zermatscht. Mit Sonderfähigkeiten gibt es dann noch besonders starke Attacken. Zur Wahl stehen drei Klassen. Der Schurke, der mit Bogen und Messern umgehen kann, der Magier, der eben zaubert und der Krieger, der mit Schild und Schwert direkt im Geschehen agiert. Das ist insofern lustig, dass Dungeon Hunter einen Vier-Spieler-Kooperationsmodus bereithält. Wieso hier nicht eine vierte Klasse eingeführt wurde, bleibt schleierhaft. Sei's drum. Die drei enthaltenen Klassen spielen sich jedenfalls allesamt unterschiedlich und erfordern somit auch verschiedene Vorgehensweisen.

Nach nach steigen die Spieler dann im Level auf, dürfen ihre Fähigkeiten und Grundwerte verbessern und auch in neue Spezialattacken oder Auren investieren. Ganz so, wie man es vom Genre her auch gewohnt ist. Als Neuerung finden sich die Feen, welche man nach und nach befreien darf. Sie verleihen den Spielern eine zusätzliche mächtige Attacke. Feuersturm gefällig? Ist möglich. Kein Problem. Das Schöne ist, dass jeder Spieler eine Fee auswählen darf, die ihm dann alle sechzig Sekunden zur Verfügung steht. Natürlich lässt sich auch die gleiche Fee von verschiedenen Spielern mehrfach einsetzen. Die Kombination der verschiedenen Angriffe ist aber taktisch klüger.

Taktik ist ein gutes Stichwort. Meist benötigt man keine Taktik. Da ist Dungeon Hunter recht klassisch gehalten. Lediglich bei den Endgegnern ist es hin und wieder auch mal nötig, sich zu erholen und wegzulaufen. Was natürlich nur bedingt geht. Man muss eben schnell sein und aufpassen. Während im Solopart hier schnell die Luft raus ist, gibt der Untertitel des Playstation Ablegers schon vor, worum es eigentlich geht. Die Alliance, das sind die Mitspieler. Entweder vor einer Konsole oder über das Playstation Network (Sofern es irgendwann einmal wieder geht) können vier Spieler gemeinsam durch die Welt stapfen und die Geschichte erleben. Oder besser gesagt: Monster kloppen. Um es auf den Punkt zu bringen. Gemeinsam entfaltet das Spiel dann auch sein gesamtes Suchtpotential. Denn zusammen macht das Hacken und Schnetzeln erst so richtig Laune.

Screenshot: Dungeon Hunter: AllianceUnd sonst? Sonst gibt es noch zu sagen, dass Dungeon Hunter: Alliance eine gewisse Sammelwut bei den Items erzeugen kann, es aber ruhig mehr verschiedene Items hätten sein dürfen. Auch ist die Übersetzung der Namen für Items irgendwie in die Hose gegangen. Viele heißen identisch und tragen merkwürdige Namen.

Technisch bietet der Titel für ein PSN-Spiel eine wirklich ordentliche Optik. Insgesamt erinnert das Spiel mit dem Comic-Look und den knallbunten Effekten ein wenig an Torchlight. Schade nur, dass viele Texturen ziemlich matschig daherkommen, denn das Artdesign selbst ist durch und durch gelungen. Ebenso der orchestrale Soundtrack. Der gibt keinen Grund zur Kritik. Tragischer ist da schon die fehlende Sprachausgabe, die auf die Stimmung drückt. Steuerungstechnisch hingegen ist der Titel zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch schon nach kurzer Zeit waren wir überzeugt, dass auch ein Hack & Slay sich bequem steuern lassen kann. Mit dem Controller wohlgemerkt.

Fazit:
Dungeon Hunter: Alliance ist ein echter Überraschungstitel, der zwar eigentlich nur ein simpler Klon von Diablo und Konsorten ist, am Ende aber eine gewisse Eigenständigkeit mit sich bringt und der ziemlich gut gemacht ist. Wie heißt es so schön? Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. So kann ich nur jedem Fan von Schnetzel-Spielen einen Blick empfehlen. Die Wartezeit auf Dungeon Siege 3 und Diablo 3 überbrückt das gute Stück nämlich tadellos. - Michael Hoss

Wertung: 8 / 10

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