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06. 09. 2008

Testbericht: FlatOut: Ultimate Carnage (PC)

Über ein Jahr mussten PC-Spieler warten, bis Codemasters auch ihnen den neuesten Teil der FlatOut Reihe endlich zugänglich machte. Aber lohnt sich FlatOut: Ultimate Carnage überhaupt für Besitzer des größtenteils identischen FlatOut 2?

Eigentlich handelt es sich bei Ultimate Carnage nämlich mehr um ein Update, als um ein eigenständiges Produkt: Zunächst einmal enthält das Spiel alle Bestandteile des "Vorgängers" FlatOut 2. Hierzu gehört ein in drei Klassen unterteilter Karriere-Modus, der klassische Rennen in der Wildnis, Städten oder auf verlassenen Rennstrecken ermöglicht. Mit von der Partie sind auch diesmal natürlich alle Elemente, die der Serie zu ihrem Erfolg verholfen haben: ein (neuer) rockiger Soundtrack, eine nahezu unbegrenzte Anzahl von zerstörbaren Objekten in der Umgebung, Nitro-Boost und atemberaubende Kollisionen.



Screenshot: FlatOut: Ultimate Carnage

FlatOut-Veteranen ebenfalls ein Begriff dürften die in einem separaten Spielmodus anwählbaren Stunts sein. Wer jetzt an waghalsige Sprünge mit getunten Rennboliden denkt hat nur die halbe Wahrheit erraten, denn auch hier ging FlatOut schon immer ein Stück weiter: In den als Sport-Veranstaltungen inszenierten Events müsst ihr den Fahrer - in der deutschen Version werden diese durch Dummies ersetzt - per Schleudersitz aus dem vorher beschleunigten Wagen katapultieren und dann je nach Sportart die jeweiligen Ziele bewältigen. Beim Bowling gilt es beispielsweise möglichst viele Pins mit dem Dummie umzuwerfen, beim Basketball müssen Körbe unterschiedlicher Wertigkeit geworfen werden. Während des Beschleunigungsvorganges darf der Abschusswinkel gewählt werden, in der Luft kann der Dummie zudem noch geringfügig in seiner Flugbahn beeinflusst werden.

Screenshot: FlatOut: Ultimate CarnageBis hierhin unterscheiden sich Gameplay und Umfang von FlatOut: Ultimate Carnage auf den ersten Blick überhaupt nicht, Kenner werden aber dennoch Unterschiede entdecken: Die Grafik wurde vor allen Dingen bei den Explosionseffekten nochmal kräftig aufpoliert. Von Aktualität kann aber dennoch keine Rede mehr sein, da die Konsolenversion des Spiels wie bereits erwähnt bereits vor gut einem Jahr erschien. Anders als die Grafik wurde der Soundtrack komplett ausgetauscht: Nach wie vor rocken zahlreiche mehr oder weniger bekannte Bands während der Rennen und in den Menüs - die Riffs sind sogar noch härter als bei FlatOut 2, was nicht jedem Gefallen dürfte, aber sicher einem Großteil der Zielgruppe, an die sich FlatOut: Ultimate Carnage richtet.

Größtes Manko was die Innovationen angeht sind sicher die Strecken, die fast 1:1 aus FlatOut 2 übernommen wurden. Es wurden zwar teilweise für leichte Veränderungen wie geflutete Kanäle gesorgt, im Großen und Ganzen gibt es aber keine Überraschung. Das Gameplay hat sich auf den ersten Blick ebenfalls nicht geändert, scheint nun aber etwas schwieriger zu sein: Neben dem nicht ganz ausbalancierten Anstieg des Schwierigkeitsgrades sorgt auch die Tatsache, dass man hin und wieder eine Portion Glück benötigt, um ein Rennen erfolgreich abzuschließen für Frustmomente.

Screenshot: FlatOut: Ultimate CarnageWer sich nun fragt, warum er sich FlatOut: Ultimate Carnage denn überhaupt holen soll, wenn außer dem Soundtrack und einigen kleineren Änderungen alles wie bei FlatOut 2 ist, hat die Rechnung ohne den namensgebenden "Carnage"-Modus gemacht: In diesem gilt es eine ganze Reihe von Events erfolgreich abzuschließen. Interessant wird diese Aufgabe nicht nur dadurch, dass es sich jeweils um unterschiedliche Events handelt, also Stunts oder die aus dem Multiplayer-Modus bekannten Crash-Derbys abwechselnd bewältigt werden müssen, sondern vor allen Dingen durch zwei neue Renntypen: Bei "Zerstörung" gilt es vor Ablauf einer Frist, die durch Passieren von Checkpoints auf der Strecke geringfügig verlängert werden kann, einen bestimmten Punktestand zu erreichen. Punkte können hauptsächlich durch Zerstörung gegnerischer Fahrzeuge gewonnen werden. Da die Position unerheblich für das Endergebnis ist, ändert sich automatisch die Spielweise und der gesamte Rennverlauf: Die Rennen sind nun noch dramatischer und bieten noch mehr Unfälle und Explosionen. Auch der "Entkomme der Bombe"-Modus, bei dem in klassischer Arcade-Manier möglichst viele Checkpoints passiert werden müssen bevor die Zeit abgelaufen ist, gehört zu den Neuerungen des "Carnage"-Modus, der insgesamt noch schwerer als der "FlatOut"-Modus ist und das Spiel nicht zuletzt deswegen gerade auch für Besitzer und Fans von FlatOut 2 interessant macht.

Ein weiterer Bereich, der mehr oder weniger umfangreiche Innovationen bietet ist der Multiplayer-Modus. Zwar gibt es nach wie vor einen Hot-Seat-Modus für Spiele am lokalen Rechner, aber der spärliche Internet-Modus von Flat Out 2 wurde durch einen vollwertigen Online-Modus mit Microsoft "Live"-Unterstützung ersetzt. Wer also bereits einen Live-Account besitzt oder sich aus dem Spiel heraus einen neuen erstellt, darf nun online nicht mehr nur an unabhängigen Rennen, sondern auch an Ranglisten-Spielen teilnehmen oder sich mit Freunden auf eine Partie verabreden. Gerade die umfangreichen Highscore-Funktionen dürften dafür sorgen, dass die Langzeitmotivation bei FlatOut: Ultimate Carnage höher ist, als noch bei FlatOut 2.

Fazit

Anhänger der FlatOut Reihe kommen auch bei FlatOut: Ultimate Carnage voll auf ihre Kosten: Ein rockiger Soundtrack, rasante Rennen und atemberaubende Unfälle sind auch diesmal die Zutaten für ein unterhaltsames Action-Rennpiel. Ob sich die Anschaffung allerdings für Besitzer von FlatOut 2 lohnt, ist wohl eher Geschmackssache: Eine nur leicht verbesserte Grafik täuscht nicht darüber hinweg, dass ein Großteil der Rennen und weiteren Events 1:1 aus dem inoffiziellen Vorgänger übernommen wurde. Der "Carnage"-Modus und der Online-Modus über das "Live"-Netzwerk von Microsoft sind zwar durchaus abwechslungsreich, ob das aber die Anschaffung des - immerhin nicht ganz zum Vollpreis angebotenen - Spiels rechtfertigt, sollte jeder für sich entscheiden. Mario Siewert

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