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12. 03. 2006

Testbericht: Frantix

Dass Rätselspiele bei Videospielern in der heutigen Zeit nicht gerade zu den beliebtesteten Titeln gehören, dürfte wohl klar sein. Auf den ersten Blick verwundert da die Tatsache, dass auf den portablen Konsolen wie Nintendo DS oder PSP im Verhältnis überdurchschnittlich viele Rätseltitel erscheinen. Bedenkt man aber, dass sich Rätselspiele ideal für ein schneller Spiel zwischendurch eignen, wird sofort klar, warum das Genre auf mobilen Spielkonsolen so beliebt ist. Mit Frantix veröffentlicht Ubisoft nun einen weiteren Ableger des Genres für Sonys Playstation Portable, der durch simpelste Steuerung und einer riesigen Levelanzahl überzeugen will.

Das Spielprinzip orientiert sich zwar nicht an einem Klassiker der Videospielgeschichte, ist aber dennoch schnell begriffen: Um die über 180 Level erfolgreich zu beenden müssen jeweils alle in einem Level vorkommenden Edelsteine eingesammelt werden. Dem vom Spieler über die Richtungstasten gesteuerten Held sollte dabei möglichst nichts passieren, was angesichts von flinken Gegnern und tiefen Wassergräben aber nicht immer ganz einfach ist.

In einem 15 Level umfassenden Tutorial werden dem Spieler die einzelnen Elemente des Spiels näher gebracht: Die Level bestehen aus engen Gängen und größeren Räumen, die aus der Vogelperspektive betrachtet werden. In jedem Level befindet sich ein Ausgang, der sich erst nach Einsammeln aller Edelsteine passieren lässt und teilweise versteckt oder nur schwer zu erreichen ist. Das Lösen eines Levels stellt den Spieler immer wieder vor völlig neue Denkaufgaben: Mal müssen Kisten in bester Sokoban-Manier herum geschoben werden, mal Gegner geschickt ausgetrickst werden oder einzelne Passagen des Levels in einer bestimmten Reihenfolge betreten werden. Im späteren Verlauf des Spiels werden die Aufgaben nicht nur komplexer, sondern teilweise auch schwieriger: In einigen Ebenen darf man sich keinen Fehler erlauben oder mit seiner Spielfigur stehen bleiben. Für weitere Abwechslung sorgen Power-Ups, die aber nicht immer positive Auswirkungen haben: So gibt es beispielsweise ein Item, das die Geschwindigkeit der Spielfigur stark verlangsamt und somit in einer eigentlich einfachen Situation ein Umdenken des Spielers erfordert. Damit der Spieler nicht völlig die Orientierung verliert befindet sich in der Nähe des Startpunktes meist ein Hinweisschild, das Tipps enthält, die zur Lösung des Abschnitts hilfreich sein können.

Im Verlauf des Spiels schaltet man mit seinem Helden immer neue Spielstufen frei, die sich vor allem grafisch stark unterscheiden und teilweise eine gewissen Anzahl gesammelter Kristalle benötigen. Gegen Ende des Spiels hat man unglaubliche 1.000 Kristalle gesammelt, kann aber immer noch versuchen seine persönliche Bestleistung zu verbessern, da die Zeit, in der ein Level abgeschlossen wird, ebenfalls angezeigt wird. Das Leveldesign ist gerade im späteren Verlauf des Spiels außerordentlich intelligent und sorgt immer wieder für Überraschungen. Im Zusammenspiel mit den vielen Interaktionsmöglichkeiten, die sich durch die zahlreichen Spielobjekte ergeben, sorgt "Frantix" für einigen Spielspaß, was nicht zuletzt an der guten Mischung aus innovativer Spielidee und klassischen Spielelementen liegt.

Grafisch bietet "Frantix" mehr, als man auf den ersten Blick erwarten könnte: Die Level werden allesamt in einer hübschen 3D-Ansicht dargestellt, die sich drehen lässt und in der auch Zoomen kein Problem darstellt. Leider wirken die Mauern, die die Level begrenzen teilweise etwas pixelig im Vergleich zu den sehr gut aussehenden Lichteffekten. Die einzelnen Spielwelten unterscheiden sich natürlich optisch, aber leider nicht so stark, wie man es sich teilweise gewünscht hätte. Der Sound ist eher durchschnittlich, nur die Sprachausgabe des Helden, die an Titel wie "Worms" oder "Die Sims" erinnert, sticht hervor. Vom technischen Aspekt ist "Frantix" sicher kein Meilenstein auf der PSP, nutzt die Möglichkeiten der Konsole aber dennoch ausreichend aus.

Fazit:

"Frantix" ist eine gelungene Mischung aus den unterschiedlichsten Rätselspielen, an dem die meisten Genre-Fans dank einer extrem simplen Steuerung und einem guten Spielumfang sicher gefallen finden werden. Dass die technische Umsetzung nicht optimal ist, dürfte im Lager der Rätsel-Anhänger sicher niemanden stören, die 3D-Welt mit ihren schicken Lichteffekten kann unter Umständen aber sogar den ein oder anderen Gelegenheitsspieler begeistern, nicht zuletzt da es "Frantix" bereits ab 30 Euro zu kaufen gibt. Mario Siewert

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