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15. 11. 2010

Testbericht: God of War - Ghost of Sparta

Das Entwicklerstudio Ready at Dawn versucht sich ein zweites Mal an einer Fortsetzung von Sonys Göttersage, nachdem sie schon für die erste Umsetzung für Sonys PSP verantwortlich waren. Der erste Teil, der auf den Namen Chains of Olympus hörte, war rundum gelungen und kitzelte grafisch einiges aus der kleinen Konsole heraus. Mit Ghost of Sparta will man nun alles noch besser machen. Ob dies gelingt oder das Spiel ein billiger Abklatsch von Sonys Erfolgsserie ist, lest ihr hier.

Die Geschichte von Ghost of Sparta ist zwischen dem ersten und zweiten Teil der Saga angesiedelt. Kratos ist also immer noch Kriegsgott, nachdem er seinen Vorgänger Ares getötet hat. Er hat Visionen, die er nicht deuten kann, aber sein totgeglaubter Bruder Deimos erscheint ihm immer wieder. Gequält von diesen Albträumen beginnt Kratos seine Suche, indem er zum Tempel Poseidons reist. Er erfährt von Athene, dass sein Bruder nicht tot ist, sondern im Reich der Toten darauf wartet, gerettet zu werden. Der Tod von Deimos ist eine Lüge, die die Götter ersonnen haben. So erhebt sich der Kriegsgott ein weiteres Mal aus seinem Thron, um seinen Bruder zu retten und begibt sich gleichzeitig auf einen beispiellosen Rachefeldzug gegen die Götter.

God of War: Ghost of SpartaKenner der Vorgänger werden sich sofort heimisch fühlen, wenn die ersten Spielminuten begonnen haben. Kratos kämpft auf einem Schiff in Richtung Poseidons Tempel gegen scharenweise Gegner. Hier fühlt man sich etwas an den ersten Teil der Reihe erinnert, denn der erste Bossgegner lässt keine zehn Minuten auf sich warten und ist ebenfalls ein riesiger Meeresbewohner mit Tentakeln. Nachdem man sich in dieser actiongeladenen Sequenz warmgespielt hat, schlägt das Spiel auch wieder ruhigere Töne an. Ihr müsst wie für die Serie typisch natürlich auch Rätsel lösen. Diese sind zwar in Ghost of Sparta eher simpel ausgefallen, bieten aber trotzdem willkommene Ruhephasen zwischen dem ständigen Abschlachten von Sagenfiguren. Hier warten eine ganze Reihe neuer Gegnertypen wie beispielsweise der Automaton auf. Diese erfordern neue Taktiken und werden – vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden - auch Veteranen der Serie fordern. Leider wurden auch einige Gegnertypen beinahe eins zu eins aus den anderen Spielen übernommen. So tauchen beispielsweise Minotauren, Medusen und Harpyen auf, die wieder mit denselben Kampftaktiken in die Knie gezwungen werden müssen, um besiegt zu werden. Etwas mehr Kreativität hätte man erwarten können, da Ghost of Sparta bereits der fünfte Teil der Serie ist.

God of War: Ghost of SpartaEtwas kreativer waren die Entwickler bei den neuen Fähigkeiten, die Kratos im Laufe des Spiels erwirbt. So nennt er nun flammende Klingen sein Eigen, verschießt Kugeln, die den Gegnern die Energie abzapfen oder kämpft wie ein echter Spartaner mit Schild und Speer. Jede dieser Fähigkeiten kann wie gewohnt in drei Stufen ausgebaut werden. Hierzu werden rote Orbs benötigt, die ihr von besiegten Gegnern und in Schatztruhen findet. Von Letzteren gibt es übrigens es sehr viele zu entdecken. Sie enthalten außer den vielfarbigen Orbs auch die altbekannten Gorgonenaugen, Phönixfedern und Minotaurenhörner, die die maximale Gesundheit, Magie oder Feuerkraft (für die Klingen) erhöhen. Wenn ihr alles sammelt, seid ihr mit Ghost of Sparta je nach Schwierigkeitsgrad gut und gerne zehn bis zwölf Stunden beschäftigt. Nach dem durchspielen erwarten euch traditionell noch Herausforderungen, die zum schwersten gehören, was das Spiel zu bieten hat. So müssen zum Beispiel in einer Arena mehrere Gegnerwellen besiegt werden, ohne dass Kratos einen einzigen Treffer einsteckt.

God of War: Ghost of SpartaDie Kampfsteuerung funktioniert wie in jedem God of War-Spiel: Zwei Tasten für leichte oder schwere Angriffe, eine zum greifen. Kleinere Abstriche mussten natürlich gemacht werden, da die PSP zum Beispiel nur einen Controlstick hat und zwei Schultertasten fehlen. Alle diese Probleme hat Ready at Dawn jedoch vorbildlich gelöst, sodass sich Ghost of Sparta fast genau so flüssig spielt wie die Ableger für die PS2 und PS3. Es kann allerdings sein, dass man durch die ständige Benutzung der L- und R-Tasten einen leichten Krampf in der Hand bekommt. Der kleine Bildschirm ist in den meisten Fällen auch kein Hindernis, allerdings zoomt die Kamera an manchen Stellen so weit hinaus, dass ihr Kratos höchstens mit einer Lupe erkennen könnt. Die passiert allerdings nur manchmal, weshalb es dem Spielspaß keinen Abbruch tut.

Grafisch haben es die Entwickler geschafft, ihr eigenes Spiel Chains of Olympus noch einmal zu toppen. Damit stellt Ghost of Sparta mit seinen fantastischen Landschaften und imposanten Bossgegnern die technische Referenz für Sonys Hosentaschen-Konsole dar. Neben der Spielgrafik bewundert ihr auch immer wieder sehr aufwändig inszenierte Filmsequenzen. Der Sound ist bombastisch wie immer: Wenn ihr Ghost of Sparta mit guten Kopfhörern spielt, kommt fast dasselbe Gefühl auf wie in den großen Versionen.

Fazit

Ghost of Sparta transportiert das Spielgefühl von God of War exzellent auf Sonys kleine Konsole. Die Entwickler haben sich selbst übertroffen und eines der besten Spiele abgeliefert, die derzeit für die PSP erhältlich sind. Bombastische Grafik gepaart mit nahezu perfekter Spielbarkeit garantieren einen Hit. Wer Innovationen erwartet, wird vielleicht etwas enttäuscht sein, aber wer Kratos schon seit God of War III vermisst hat, wird ein seine PSP nicht mehr aus der Hand geben wollen. Benjamin Dross

Wertung: 9/10

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