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17. 12. 2006

Testbericht: Heroes 5 - Hammers of Fate

Mit Heroes of Might & Magic V gelang es Ubisoft, die altehrwürdige Heroes-Reihe endlich in 3D erstrahlen zu lassen. Das Add-On Hammers of Fate enthält Kampagnen-Nachschub für alle Strategen, die immer noch nicht genug vom Einzelspielermodus haben, aber auch einige interessante Features, die vorwiegend im Mehrspielermodus von Bedeutung sind.?

Screenshot: Hammers of FateHammers of Fate enthält insgesamt 3 Kampagnen zu je 5 Missionen. Was sich etwas mickrig anhört ist bei einem durchschnittlicihen Ladenpreis unter 25 Euro aber durchaus angemessen, denn auf Tutorials und einfache Übungsmissionen wird verständlicherweise verzichtet. Der Spieler findet sich nach dem Spielstart in einem Bürgerkrieg wieder, durch den die Integrität des Greifenimperiums unter Königin Isabella bedroht ist - die Story reiht sich also nahtlos an das Ende des Hauptprogramms ein, die Missionen sind jedoch von Beginn an recht komplex, wenn auch zunächst nicht all zu schwer.

Neben neuen Missionen bietet Hammers of Fate aber auch neue Einheiten und einige wirklich nützliche neue Funktionen: Auffälligste Neuerung ist sicherlich die Zwergen-Fraktion, die dem Spieler in der zweiten Kampagne und im Mehrspielermodus begegnen. Die Zwerge sind nicht nur im Nahkampf stark, sondern verfügen auch über einige mächtige Zauber, die teilweise zur ebenfalls neuen Runenmagie gehören, die von Helden der Zwerge eingesetzt werden kann. Neben neuen Einheiten und Zaubersprüchen können die Zwerge jedoch auch optisch überzeugen, denn da sie in bester Fantasy-Manier natürlich im Hochgebirge leben, erwarten den Spieler neben der neuen Rasse auch eisige Umgebungen, die sich wirklich sehen lassen können.

Screenshot: Hammers of FateDie neuen Spielfunktionen zeigen, dass die Entwickler auf Vorschläge aus der Spielergemeinde eingegangen sind und befreien das Gameplay von überflüssiger Last: Karawanen erlauben nun endlich den Transport von Einheiten zwischen Städten, ohne dass dabei Helden zum Einsatz kommen. Dies erleichtert das Versorgen der Front mit Einheiten zwar deutlich, jedoch kann die Integration des neuen Konzeptes nicht komplett als gelungen bezeichnet werden: Hat man eine Karawane erst einmal los geschickt, so lässt sich der Zielort nicht mehr ändern. Dies ist umso ärgerlicher, als dass die Karawane daher bei versperrtem Weg einfach stehen bleibt, bis der Weg wieder frei ist oder man die Einheiten der Karawane in die Armee eines Helden rekrutiert. Letztlich muss man sich also doch teilweise wieder mit seinem Held zu den Einheiten begeben, hier hätte es sicher effektivere Lösungen gegeben (beispielsweise die Änderungen des Reiseziels der Karawane vor jedem Spielzug). Dennoch stellen die Karawanen -so man sie geschickt einsetzt- eine Erleichterung des mitunter recht schweren Gameplays des Hauptprogramms dar. Vor allen Dingen die Möglichkeit Karawanen aus den Rekrutierungsstätten oder benachbarten Städten direkt aus dem Stadtmenü auf die Reise zu schicken gefällt - nicht zuletzt da die Reisedauer der entsprechenden Karawanen übersichtlich präsentiert wird und so eine wirklich strategische Planung des Nachschubs möglich ist.

Screenshot: Hammers of FateIm Mehrspielermodus von Heroes V - Hammers of Fate erwarten den Spieler weitere Neuerungen: Neben einem simplen Zufallskartengenerator und 10 neuen Mehrspielerszenarien sind hier vor allen Dingen die neu eingeführten simultanen Spielzüge zu nennen, die das Gameplay zu Beginn von Mehrspielerpartien erheblich beschleunigen. Sind simultane Spielzüge in einer Mehrspielerpartie aktiviert, führen alle Beteiligten Parteien ihre Züge so lange parallel durch, bis nach Ende eines Zuges die Möglichkeit besteht, dass zwei Parteien im nächsten Zug auf die eine oder andere Art und Weise miteinander interagieren. Dies hat zur Folge, dass die langwierigen Anfangsphasen von Mehrspielerpartien etwas beschleunigt werden, wenngleich sich natürlich auch Heroes V - Hammers of Fate etwas ruhiger als Echtzeitstrategietitel wie Schlacht um Mittelerde 2 spielt.

Fazit

Fans des Hauptprogramms dürfen sich freuen, denn Ubisoft liefert mit Heroes V - Hammers of Fate wirklich spielenswerte Neuerungen und zusätzliche Missionen zu einem angemessenen Preis. Der Einzelspielermodus wird dank der drei umfangreichen und anspruchsvollen Kampagnen sowie der zusätzlichen Zauber und Einheiten gehörig aufgestockt und auch wenn Neuerungen am Gameplay wie die Karawanen teilweise nicht optimal integriert wurden, erleichtern sie doch den Spielfluss teilweise deutlich.
Auch Nutzer des Mehrspielermodus werden ihre Freude an den die Spielgeschwindigkeit verkürzenden simultanen Zügen sowie dem neuen Kartenmaterial haben. Der Zufallskartengenerator garantiert zusätzlich unendlich langen Spielspaß für all diejenigen, denen der mit Patch 1.3 veröffentlichte Szenario-Editor zu komplex ist. Für einen im Schnitt deutlich unter 25€ liegenden Verkaufspreis bietet Heroes V - Hammers of Fate überdurchschnittlich viele Neuerungen und stellt bei Gefallen des Hauptprogramms beinahe einen Pflichtkauf dar. Mario Siewert

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