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19. 05. 2011

Testbericht: Luxus Hotel Imperium

Hotels sind etwas Tolles. In ihnen kann man mal so richtig entspannen, den Alltag vergessen. Schön den Urlaub genießen. Doch hinter den Hotels, da stehen im Dunkel die Manager, die mit dem Urlaub Geld verdienen wollen. Wie ist das eigentlich, so ein Hotel zu managen? Was ist das für ein Aufwand? Und was, wenn man mehr als nur ein Hotel hat. Fragen, die Luxus Hotel Imperium beantworten möchte. Oder auch nicht. Wenn man es genau nimmt.

Screenshot: Luxus Hotel ImperiumBevor man sich an die richtig dicken Luxus Hotels wagt, geht es in Luxus Hotel Imperium erst einmal ganz klassisch los. So wie in den meisten Aufbau- und Wirtschaftsspielen. Nämlich ganz unten in der Nahrungskette. Mit wenig Geld. Sprich: Die ersten Hotels ähneln erst einmal miesen Absteigen, in denen die Gäste mehr abgezockt, als bedient werden. Jeder, der schon einmal versucht hat, zur Messezeit ein Hotel zu bekommen und damit recht spät dran war, der weiß, von was für Unterkünften die Rede ist. Gestartet wird hier in Vororten, denn allein die Grundstückspreise sind astronomisch. Mitten in der Großstadt kann man sich zunächst nicht einmal eine Toilette bauen.

Zwölf große Metropolen stehen zur Auswahl. Angelehnt sind diese vermutlich an amerikanische Großstädte, eine eigene Persönlichkeit oder gar einen Wiedererkennungswert bieten sie leider nicht. Witzig ist, dass Luxus Hotel Imperium eigentlich in Europa angesiedelt ist, was die Glaubwürdigkeit des Spiels nicht gerade allzu hoch erscheinen lässt.

Screenshot: Luxus Hotel ImperiumGameplaytechnisch hat der Titel ziemlich fiese Schnitzer. Wenn man bedenkt, dass so ein Grundstück samt draufgestelltem Hotel (Oder eben der erwähnten Absteige) gut und gerne mehrere Millionen kostet, ist es ein wenig frustrierend, dass die Einnahmen pro Monat zunächst im Tausenderbereich liegen. Das erleichtert den Einstieg nicht gerade. Zumal die Spielziele nahezu unerreichbar sind. Wer der reichste Unternehmer werden will, der wird eine halbe Ewigkeit vor dem Spiel verbringen. Oder nein. Eigentlich wird er das nicht. Denn dazu dürfte spätestens nach einer Anspielrunde die Lust vergangen sein.

Doch warum? Warum ist Luxus Hotel Imperium so unsäglich langweilig? Ganz einfach! Es gibt keinerlei Abwechslung. Personal wird per Drag & Drop eingestellt, hier und da dürfen einige Einkäufe für den täglichen Bedarf getätigt werden. Und das war es dann auch schon an großartigen Interaktionsmöglichkeiten. Fans von Wirtschaftsspielen werden in etwa so viel Spannung erleben, wie bei einem Kuraufenthalt im Schwarzwald. Zumal selbst eine Spielbeschleunigung nicht wirklich hilft. Der Titel dümpelt dennoch in Schneckengeschwindigkeit vor sich hin. Wer nach den ersten Monaten noch nicht vor dem Bildschirm eingeschlafen ist, kann sich dann irgendwann ein neues Hotel zulegen. Und der dröge Arbeitsalltag beginnt erneut.

Screenshot: Luxus Hotel ImperiumMit der Langeweile ist aber noch längst nicht Schluss. Die Steuerung ist der nächste grobe Schnitzer. Luxus Hotel Imperium krankt an einer herrlichen Unübersichtlichkeit: Wer ein Hotel gebaut hat und sich ein wenig in den Städten umsieht, der wird den eigenen Bau kaum noch wiederfinden können. Das Problem hierbei ist, dass die eigenen Hotels sich nicht von den hässlichen Gebäuden der Stadt abheben.

Hässlich. Ein gutes Stichwort. Denn das ist dann der finale Genickbruch für Luxus Hotel Imperium. Das Spiel ist optisch in etwa mit einer entschminkten Paris Hilton vergleichbar. Während bei der Hotelerbin plötzlich alle Verehrer panisch schreiend das Weite suchen würden, bekommt der Spieler beim Anblick des Spiels diverse Magenprobleme. Abstoßender hätte die braungraue Masse an Gebäuden fast nicht gestaltet werden können. Verschwommen ist das Ganze dann auch noch. Luxus? Nur für jene, die seit 1998 kein Spiel mit halbwegs hübscher Grafik gesehen haben.

Fazit:
Als ich das Spiel installiert hatte und es das erste Mal startete, da hoffte ich ja fast noch auf ein hässliches Entlein. Nach dem Optikschock, der meiner Magensäuren nicht gerade gut bekam, ließ ich mich auf das Spiel ein. Doch ich hätte es wissen müssen. Das hätte ich mir auch schenken können. Wenn ein Spiel bereits Luxus Hotel Imperium heißt, dann ist das ja schon mal ein schlechtes Zeichen. Denn den Machern ist scheinbar kein kreativer Name eingefallen. So wenig kreativ wie der Name ist, so öde ist dann auch der Spielinhalt ausgefallen. Frust kommt noch durch einen abartigen Schwierigkeitsgrad hinzu, was das grauenhafte Gesamtbild eigentlich nur noch abrundet. - Michael Hoss

Wertung: 2 / 10

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