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11. 07. 2005

Testbericht: Splinter Cell: Chaos Theory DS

Nachdem der dritte Teil von Splinter Cell bereits auf dem PC, diversen Konsolen und auf dem Handy für Furore sorgte schickt Ubisoft Sam Fisher nun auch auf dem Nintendo DS auf Spionagemission. Doch nicht nur die Singleplayerkampagne verspricht knisternde Spannung, denn Splinter Cell: Chaos Theory DS bietet einen umfangreichen Mehrspielermodus, der auch Kooperativmissionen beinhaltet.

Screenshot: Splinter Cell: Chaos Theory DSBevor man sich ins Gefecht begibt sollte man das umfangreiche Training absolvieren, das aus mehreren Teilen besteht. In diesen werden dem Spieler nicht nur elementare Aktionen wie Laufen, Klettern oder Schleichen gezeigt, sondern bereits taktische Vorangehensweisen erprobt. Im Anschluss an das Training kann sich der Spieler direkt die in Kampagne begeben. Die Story selbiger ist dabei mit der Story der PC-Version identisch: Peruanische Guerillas entführen einen Computeringenieur, der in der Lage ist die Welt mittels eines Computerprogramms ins Chaos zu stürzen. Um die Katastrophe abzuwenden wird wieder mal Geheimagent Sam Fisher um seine Dienste gebeten, den der Spieler dann auch im Kampf gegen Guerillas und Terroristen steuern darf.

Während die Story quasi direkt übernommen wurde, haben die Entwickler bei der Grafik bedingt durch die Leistungsfähigkeit des Nintendo DS einige Abstriche gemacht. Dennoch bietet Splinter Cell Chaos Theory DS eine echte 3D-Umgebung, die beinahe die Atmosphäre des Originals auf den Nintendo DS zaubert.

Die Handlungsfreiheit des Spielers in der Spielwelt ist beinahe grenzenlos, so dass sich das Spiel wie bereits seine Vorgänger meist auf mehrere Arten durchspielen lässt: Wer auf Action steht wird meist mit dem SC-20K Gewehr durch die Gegend wandern und jegliche Form von Widerstand durch Waffeneinsatz vernichten. Wer mehr auf Stealth-Action steht, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Wachen lassen sich wie gewohnt meist umschleichen und anschließend aus dem Hinterhalt eliminieren oder einfach ignorieren. Dank der unterschiedlichen Spielstile macht Splinter Cell Chaos Theory DS auch nach dem ersten Durchspielen noch Spaß.

Screenshot: Splinter Cell: Chaos Theory DSGesteuert wird Sam Fisher durch eine Kombination aus Steuerkreuz und Touchscreen: Bei ungezogener Waffe lässt sich der Agent mittels des Steuerkreuzes bewegen. Mittels der Spieltasten lassen sich Aktionen wie Springen (X) oder Ducken (B) durchführen. Mittels der Y-Taste kann sich Sam Fisher in der Nähe von Wänden an eben diese pressen, um unerkannt zu bleiben. Mittels des Touchscreens kann die Kameraperspektive geändert werden. Das nervt zwar manchmal, dafür ärgert man sich während des Spielens nicht über völlig irrsinnige Ansichten oder unsinnige Kameraschwenks. Zieht man seine Waffe, bei der es sich neben dem oben genannten Gewehr auch um eine handlichere Pistole halten kann, wechselt die Kameraperspektive des Spiels. Während der Rest des Spiels in der für Splinter Cell typischen Third-Person-Perspektive stattfindet befindet sich die Kamera bei gezogener Waffe knapp hinter der Spielfigur, so dass das Spiel sich dann beinahe wie ein Ego-Shooter steuert. Mittels des Steuerkreuzes lässt sich Sam Fisher vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegen. Gezielt wird mittels des Touchscreens, der quasi die Rolle der Maus bei der Steuerung von Egoshootern am PC einnimmt. Die dreifache Steuerung (Bewegen per Steuerkreuz, Zielen mittels des Touchscreens und Abfeuern der Waffe mit der A-Taste) wirkt zwar auf den ersten Blick etwas verwirrend, stellte sich aber als absolut ausreichend heraus, was nicht zuletzt daran liegt, dass man die meisten Gegner nachwievor aus dem Hinterhalt erledigen kann.

Diskussionsbedarf: Die Grafik

Screenshot: Splinter Cell: Chaos Theory DSAuch wenn über die Grafik bereits einige Worte verloren wurden soll an dieser Stelle nochmal darauf eingegangen werden, da die Grafik im Zeitalter der immer leistungsfähigeren Konsolen oft einen wichtigen Punkt bei der Kaufentscheidung darstellt: Wie die Screenshots erahnen lassen ist die Grafik leider nicht so gelungen wie bei manchen anderen DS-Titeln, beispielsweise Super Mario 64 oder Asphalt Urban GT. Dennoch kann die Grafik nicht als schlecht bezeichnet werden, denn bis auf die pixeligen Texturen wirken alle anderen Aspekte mehr als überzeugend: Vor allem die extrem authentischen Animationen suchen ihresgleichen und lassen das Spiel grafisch in einem besseren Licht erscheinen, als es die Screenshots vielleicht andeuten. Auch die Performance bietet keinen Grund zur Kritik, Splinter Cell: Chaos Theory DS läuft absolut einwandfrei und ruckelfrei. Beim Sound wurde neben gelungenen Effekten auf eine umfassende Musikuntermalung gesetzt. Diese wirkt zwar teilweise etwas fehl am Platz, ist aber größtenteils doch recht passend gewählt und verändert sich dynamisch mit dem Spielverlauf.

Fazit

Splinter Cell: Chaos Theory DS ist genau das, was man von der Umsetzung der PC-Version für den Nintendo DS erwartet: Atmosphäre und Gameplay wurden größtenteils sehr gut eingefangen und der Mehrspielermodus ist mehr als genial. Leider wurden die Fähigkeiten des Nintendo DS von den Entwicklern nicht vollständig ausgereizt. Dass es grafisch besser geht haben bereits andere Titel gezeigt und auch die Touchscreenunterstützung ist eher dürftig, wenngleich selbige natürlich kein Muss ist. Wer auf Action steht oder Fan der Splinter Cell-Reihe ist, wird dennoch keinesfalls an einem Ausflug mit Sam Fisher vorbeikommen.

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