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08. 08. 2007

Testbericht: UFO Extraterrestrials

X-Com Anhänger kommen bei UFO Extraterrestrials, dem neuesten Titel der "Ufo"-Reihe von paradox voll auf Ihre Kosten: Das Spiel bietet Basenbau, Weltraumgefechte und Geplänkel am Boden und dürfte damit alle Fans klassischer Alienjagd-Spiele wunschlos glücklich machen. Oder etwa doch nicht?

Screenshot: UFO ExtraterrestrialsStartet man UFO Extraterrestrials, bekommt man zunächst ein kurzes Intro zu sehen, in welchem die wenig spektakuläre Story kurz vorgestellt wird: Eine Kolonie der Menschen auf dem Planeten Esperanza findet plötzlich heraus, dass die Erde mittlerweile von Aliens beherrscht wird und dem Planeten das selbe Schicksal drohen soll. Um die Gefahr abzuwenden wird eine Spezialeinheit gegründet, die aus Wissenschaftlern und Soldaten besteht, und den Aliens Paroli bieten soll. Dieser nun wahrlich nicht innovative Plot stellt die Grundlage für UFO Extraterrestrials dar und dürfte Science Fiction Freunden sicher nicht unbekannt sein. Nach dem Intro stellt sich erstmal Ernüchterung ein, denn UFO Extraterrestrials verfügt nur über einen einzigen Spielmodus. In diesem gilt es, den Planeten gegen die Angriffe der Aliens zu verteidigen und in jedem Kontinent eine Basis zu errichten. Nachdem sie sich für einen der drei Schwierigkeitsgrade entschieden haben, finden sie sich direkt in einer Geoscape genannten Ansicht wieder, die den Planeten aus der Stratosphäre zeigt. Zwar wurde ihnen bereits eine nahezu vollständig ausgerüstete Basis mit auf den Weg gegeben, doch all dies nützt nichts, denn da es kein Tutorial in UFO Extraterrestrials gibt, wissen sie zunächst nicht, was zu tun ist. Hier hilft nur ein Blick in das detaillierte, nahezu vorbildliche Handbuch, durch das sich Einsteiger relativ schnell zurecht finden.



Screenshot: UFO Extraterrestrials

UFO Extraterrestrials unterteilt sich genau wie andere Genre-Vertreter in verschiedene Bereiche: Im bereits angesprochenen Geoscape-Modus spielt sich das Geschehen in Echtzeit ab und kann bei Bedarf mittels eines Zeitraffers sogar noch beschleunigt werden. Angreifende Ufos lassen sich mittels Erkennungssystemen ausfindig machen und können anschließend durch Abfangjäger zur Strecke gebracht werden. Was spannend klingt ist jedoch relativ unspektakulär, da sie zwar Einfluss auf die Ausstattung und Bewaffnung sowie die Anzahl der Abfangjäger nehmen können, aber sobald ein Ufo auf dem Planeten gesichtet wurde und sie den Befehl zum Abfang erteilt haben, spielen sich die Kämpfe quasi automatisch ab und laufen zudem stets nach dem gleichen Schema ab. Wurde das Ufo vom Himmel geholt, muss die Absturzstelle von ihren Leuten von Aliens gesäubert werden. Dies ist der Schwerpunkt von UFO Extraterrestrials, denn auf die Ausrüstung ihrer Soldaten können sie ebenfalls Einfluss nehmen, was sich in den rundenbasiert ablaufenden Bodengefechten auch tatsächlich auf das Spielgeschehen auswirkt. Bei der Wahl zwischen Medi-Kits oder zusätzlichen Granaten kann die Entscheidung zuweilen den kompletten Verlauf der Mission beeinflussen.

Der Aufbau ihrer Basen stellt den dritten Bereich des Spiels dar und kann von ihnen ganz entspannt angegangen werden, da in diesem Modus die Zeit still steht. Befinden sie sich in ihrem Hauptquartier, so können sie sich die Grundrisse der einzelnen Basen anzeigen lassen und einzelne Gebäudemodule kaufen oder verkaufen. Auch die Erforschung sowie die Produktion neuer Waffensysteme und der Transport von Schiffen und Personal zwischen den einzelnen Basen kann in diesem Modus veranlasst werden. Die Funktionsweise der meisten Gebäude ist zwar selbsterklärend, eine Ufopedia genannte Hilfe-Datei bietet jedoch Detailinformationen zu allen Gebäuden, Fahrzeugen, Waffen und Flugzeugen.

Screenshot: UFO ExtraterrestrialsTrotz des sich schnell wiederholenden Spielablaufs bleibt UFO Extraterrestrials zumindest für Spielern, die auf abwechslungsreiche Grafiken verzichten können, über einen längeren Zeitraum motivierend, was an den Rollenspiel- und Aufbaustrategie-Elementen liegt: So gewinnen ihre Truppen beispielsweise mit jeder Mission an Erfahrung und werden mit der Zeit befördert. Die auf diese Weise erhaltenen Erfahrungspunkte können ganz in klassischer Rollenspiel-Manier verwendet werden, um bestimmte Attribute wie die Widerstandskraft oder die Stärke zu erhöhen. Parallel dazu können sie die Erforschung neuer Technologien durch Grundlagenforschung oder Verhörung von Aliens vorantreiben und das zur Verfügung stehende Waffenarsenal mit der Zeit ausbauen. Denn neben Soldaten können sie in den teilweise auch in Gebäuden stattfindenden Bodenmissionen auch Fahrzeuge einsetzen, die sich nicht nur beweglicher und widerstandsfähiger sind, sondern auch wesentlich durschlagskräftiger sind und in vielen Missionen nahezu unverzichtbar.

Ist ein Großteil der Technologien erforscht und ihr Waffenarsenal auf dem neuesten Stand, stellt sich jedoch irgendwann doch etwas Ernüchertung ein, denn weitere Spielmodi, etwa besondere Bodenmissionen oder umfangreichere Luftkämpfe, sucht man vergebens. Hat man die Beschützung des Planetens erfolgreich gemeistert, bleibt nur noch der wechsel in eine höheren Schwierigkeitsgrad.

Fazit

UFO Extraterrestrials gewinnt sicher keinen Schönheitspreis, kann aber größtenteils den Flair der als Vorlage dienenden X-Com Spiele gut zu neuem Leben erwecken. Die Mischung aus rundenbasierten Bodengefechten, Aufbaustrategie mit Rollenspiel-Elementen und Echtzeit-Weltraumgefechten kann auch 2007 noch größtenteils überzeugen. Größtes Manko ist neben der Monotonie der Weltraumkämpfe vor allen Dingen der Langzeitspielwert, denn bereits nach einiger Zeit hat man weite Teile des Spielgeschehens absolviert und neue Aufgaben sind auch aufgrund mangelnder Spielmodi nicht mehr in Sicht. Bei einem Preis von weniger als 20 Euro kann der Umfang jedoch insgesamt noch als gut gewertet werden. Mario Siewert

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