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24. 12. 2009

Testbericht: Zelda Spirit Tracks

Mit Zelda wirft Nintendo nach Super Mario gleich seinen nächsten Trumph in das Vorweihnachtsgeschäft. The Legend of Zelda: Spirit Tracks erscheint wie schon der Vorgänger für den Nintendo DS und ermöglicht zum ersten Mal nicht nur Superheld Link sondern auch Prinzessin Zelda höchstpersönlich zu steuern. Aber erfüllt der Titel die Erwartungen, die an ein Zelda-Spiel gestellt werden?

Kenner der Serie dürfte es nicht verwundern, dass auch der aktuelle Zelda-Titel eine epische Geschichte erzählt, die im altbekannten Königreich Hyrule spielt. Wieder mal schlüpft ihr -zunächst- in die Rolle des Helden Link, der vorerst allerdings nur ein einfacher Lokomotivführer-Lehrling ist. Am Tag der Abschlussprüfung trefft ihr im Schloss von Hyrule auf Prinzessin Zelda. Im Anschluss daran fangen -wie es der Zufall so will- auch gleich die Probleme an: Nach und nach verschwindet das Schienennetz, das sich über das Königreich erstreckt. Wie sich schnell herausstellt symbolisieren die Gleise die Ketten, die den Dämonenkönig im "Turm der Götter" festhalten.

Screenshot: The Legend of Zelda: Spirit TracksSo klischeebehaftet die Geschichte klingt, so genial wurde sie in Szene gesetzt: Die Entwickler haben es trotz der beschaulichen technischen Fähigkeiten des Nintendo DS verstanden, die Story packend (und gleichzeitig mit leichtem Comic-Charme) zu präsentieren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Geschichte stärker im Mittelpunkt als bei anderen Zelda-Titeln steht: Gemessen an der Gesamtspielzeit sind Dialoge, Zwischensequenzen und weitere storybezogene Elemente von größerer Bedeutung, als in so manchem Vorgänger. Trotz des eindeutig auf der Story liegenden Schwerpunktes dürfen typische Zelda-Elemente wie Rätsel oder Kämpfe natürlich ebenfalls nicht in The Legend of Zelda: Spirit Tracks fehlen. Eine weitere Komponente, um die das abwechslungsreiche Gameplay erweitert wurde stellen die Zugfahrten dar: Als angehender Lokführer ist Link natürlich dafür prädestiniert, die unterschiedlichen Orte, an denen die Handlung spielt, per Lokomotive aufzusuchen. Da zu Beginn ein Großteil der Schienen verschwunden ist und erst langsam wieder erscheint, ist auf diese Weise zudem gewährleistet, dass ihr im Laufe des Spiels immer neue, jeweils an den jeweiligen Verlauf der Handlung angepasste Orte aufsucht.

Screenshot: The Legend of Zelda: Spirit TracksDie Lokomotivfahrten selber gestalten sich relativ eintönig, werden aber hin und wieder durch interaktive Ereignisse unterbrochen: Befinden sich beispielsweise Kühe auf den Gleisen, muss das Signalhorn betätigt werden, um den Zug nicht zu beschädigen. Die Steuerung der Weichen, kann entweder vom Spieler selbst übernommen werden oder findet automatisiert statt, wenn zu Beginn der Fahrt das gewünschte Ziel auf der Karte markiert wird. In einigen Spielabschnitten befindet sich nicht nur eure Lok auf den Gleisen, sondern auch weiterer Zugverkehr. Dies bedeutet, dass Ihr beim Schalten der Weichen darauf achten müsst, nicht in eine Richtung zu fahren, in der ihr mit einem entgegenkommenden Zug kollidiert. Während die Steuerung der Lokomotive für alle Spieler Neuland ist, werden sich Spieler von Phantom Hourglass ansonsten recht schnell zurecht finden: Mittels des Touchscreens lässt sich Link bewegen und auch das Schwert lässt sich wie im Vorgänger durch den Touchpen auf mehrere Arten -beispielsweise mit einem Rundumschlag- einsetzen.

Screenshot: The Legend of Zelda: Spirit TracksNeu sind dagegen wie bereits angeklungen die Passagen, in denen ihr neben Link auch Prinzessin Zelda steuert. Hierbei handelt es sich um mehr als ein nettes Feature, denn die jeweiligen Abschnitte lassen sich meist nur erfolgreich bewältigen, wenn beide Charaktere im Team agieren. So kann Link beispielsweise Wachen ablenken, an denen sich Zelda anschließend vorbeischleichen kann. Während sich Link dabei direkt steuern lässt, wird Prinzessin Zelda indirekt über das Einzeichnen von Laufwegen auf der Spielwelt gesteuert. Der Wechsel zwischen den Spielfiguren ist dabei jederzeit über einen Button möglich. Neben den mehr oder weniger innovativen Spielelementen, in denen nur gemeinsames Vorgehen von Erfolg gekrönt ist, dürfen klassische Rätsel natürlich ebenfalls nicht in The Legend of Zelda: Spirit Tracks fehlen. Die Palette reicht dabei von simplen Denkaufgaben bis hin zu Rätseln, die sich nur anhand von Hinweisen, die in der Spielwelt versteckt sind, lösen lassen. Gerade im Vergleich mit früheren Zelda-Titeln -abgesehen von Phantom Hourglass- sind die Rätsel allerdings wenig frustrierend bis fast zu einfach, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass Nintendo mit dem Titel auch jüngere Spieler und Casual-Gamer ansprechen möchte.

Technisch kann The Legend of Zelda: Spirit Tracks größtenteils überzeugen, auch wenn sich seit Phantom Hourglass in diesem Bereich nicht allzu viel getan hat. Während der Sound durchweg als gelungen bezeichnet werden kann, dürfte die im Manga-Look gehaltene 3D-Grafik mit ihren grob aufgelösten Texturen wohl nur bei Liebhabern ankommen. Ebenfalls im Manga-Stil kommen die Dialoge daher: Zwar wurde auf eine Vertonung selbiger verzichtet, so dass man sich durch jede Menge Text arbeiten muss, die Emotionen der Charaktere werden aber neben Gesichtsausdrücken auch über einige wenige Soundeffekte vermittelt.

Fazit

Mit The Legend of Zelda: Spirit Tracks ist Nintendo wieder einmal ein herausragendes Spiel geglückt. Zwar hat das Abenteuer auf dem DS nicht mehr ganz so viel mit früheren Zelda-Titeln zu tun, wie es sich manche Fans sicher gewünscht hätten, den Entwicklern ist es aber dennoch gelungen, ein besonderes Spielerlebnis zu schaffen, das bewährte Spielelemente wie Rätsel oder Kämpfe in einer gesunden Mischung mit einer packenden Story enthält. Die innovative Fortbewegung mittels der Lokomotive sorgt zudem für zusätzliche Abwechslung. Adventure- und Zelda-Fans sollten bei The Legend of Zelda: Spirit Tracks unbedingt zugreifen. Mario Siewert

Wertung: 9/10

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