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19. 04. 2011

Portal 2 als Fehlproduktion des Jahres?

Das beste Valve-Spiel aller Zeiten! Vielleicht auch das Wichtigste! Innovativ! Bombastisch! Ein echter Vollpreis-Knüller! Die Erwartungen an Portal 2 waren groß. Und Valve gab sich alle Mühe, mit einer aufwändigen Werbe-Kampagne dafür zu sorgen, dass auch wirklich der letzte Spieler vom Titel erfahren konnte. Jetzt wo das Spiel auf dem Markt ist, mehren sich allerdings die Beschwerden.

Logo: Portal 2Die ersten Wertungen für das Spiel sind schon vorhanden. Und es sind Topwertungen. Was zu erwarten war. Doch es scheint, als trüge der Schein. Denn wo die Fachpresse sich mit Lobpreisungen gar nicht mehr einbekommt, rebellieren die Nutzer und strafen das Spiel fast schon bösartig ab. Wer die Kommentare liest, bekommt schnell den Eindruck, als hätte die Fachpresse einmal mehr vergessen, dass sie die Spiele umsonst bekommt, ihre Kunden jedoch viel Geld für die Spiele auf den Tisch blättern müssen. Der Aufmerksame Leser weiß nun schon, was einer der Kritikpunkte ist: Die Spielzeit.

Auf dem amerikanischen Markt gibt es eine recht bekannte Seite, bei der nicht nur Fachpresse-Noten ausgewertet werden, sondern auch Nutzerkommentare und deren Wertungen eine separate Wertunge ergeben. Natürlich sprechen wir hier von Metacritic. Und von genau dort wollen wir einige Zitate über Portal 2 aufzeigen:



  • "Ihr solltet es kaufen, wenn ihr Gabe dabei zusehen wollt, wie er noch fetter wird."

  • "Es ist kürzer, als viele Flash-Spiele die ich im Internet gespielt habe."

  • "50$ für ein Minispiel!"

  • "Eine sechs Jahre alte Engine, die auch noch dementsprechend gealtert ist."

  • "Danke Valve für dieses durchschnittliche PC-Spi... Bitte nicht die Konsole ausschalten."

  • "Ist dies wirklich das meisterwartete PC-Spiel des Jahres?"

  • "Eine belanglose Cash-Cow."

  • "Das schlimmste ist der integrierte Shop. Als wären 45$ für ein Spiel schon nicht genug!"

  • "Ich werde mir kein Spiel mehr von Valve kaufen oder vorbestellen. Sorry Episode 3 - ich werd dich nicht spielen."

  • "Ist das die Zukunft von Spielen?"




  • Dies seien nur einige Zitate. Die Liste wird quasi jede Minute länger. Natürlich gibt es auch positive Resonanz, doch hält die sich bisher stark in Grenzen. Doch woran liegt es nun? Die Kritikpunkte sind zahlreich. Es reicht von einer extrem kurzen Spielzeit (Berichten nach liegt sie zwischen drei und fünf Stunden) über eine angestaubte Grafik-Engine, die gerade bei den Texturen und Objekten nicht mehr überzeugen kann, bis hin zu einem DLC-Shop, der gleich zu Beginn des Spiels den Spieler mit Hinweisen auf einen ersten DLC penetriert.

    Das Potato-Bundle wird zudem ebenfalls negativ ausgelegt. Was das noch gleich war? Eine Aktion von Valve und zahlreichen Indie-Studios. Für einen nicht geringen Betrag bekam der Spieler 13 tolle Indie-Spiele. 30$ kostete das Bundle in den USA. Wer alle Spiele spielte, konnte dabei helfen, dass Portal 2 früher veröffentlicht wurde. Eine eigentlich nette Aktion, doch nun, da der Preis für den zweiten Teil der Reihe doch recht happig ist und die Spielzeit so kurz ist, mehren sich Vorwürfe, Valve habe die Aktion ins Leben gerufen, um die Spieler über den Tisch zu ziehen. Warum? Ganz einfach: So konnte man noch einmal Geld abkassieren. Durch den Medie-Trouble war das kein Problem, da jeder helfen wollte, Portal 2 früher spielen zu können. Dumm nur, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt ganz offensichtlich bereits fertig war. Der Vorwurf: Getarnte Releaseverzögerung um noch mehr Geld zu schaufeln.

    Ebenfalls ein Vorwurf: Das Spiel habe sich kaum entwickelt. Die Rätsel seien sogar wesentlich leichter geworden, erfordern also weniger Hirnschmalz als zuvor. Zudem beklagen viele Fans, dass GlaDoS jetzt zu den Guten gehört. Man vermutet, dass Valve hier einfach auf die Popularität des Computers aufsetzen wollte, ohne zu verstehen, dass es ja gerade so lustig war, weil der Roboter zwar niedlich wirkte, in seinem Inneren aber abgrundtief böse war. Auch ein Cliffhanger am Ende des Spiels, welcher auf einen dritten Teil hindeutet, verärgert viele Spieler.

    Auch wir werden Portal 2 noch einem Test unterziehen. Doch es scheint schon jetzt, als habe Valve sich mit dem Spiel und der Marketing-Aktion selbst ins Bein geschossen. Zwar nicht bei den Absätzen von Portal 2 selbst, doch denkt man hier an die Zukunft von Valve und weitere Spiele aus dem Hause, so hat das Image schon jetzt erheblichen Schaden genommen.

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